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Gedenkveranstaltung des IAK am 25.1.2005 im Deutschen Theater Berlin

Rede von Artur Brozowski

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

Schreckliche Bilder, traurige Augen den ehemaligen Häftlingen, Tausende Menschen die, die Gedenkstätte besuchen, verbrachte Stunden im Archiv, mein Großvater, und auf anderen Seite Normalität, meine Familie, mein Alltag meine Stadt. Die paar von mir genante Punkte kann ich hervorrufen, wenn ich an diese Stadt denke. Die Stadt die jeder sehr gut kennt, obwohl nicht jeder sie besucht hat, deren Namen jeder kennt, egal wie viel er sich mit der grausamen Geschichte beschäftigt hat. Meine Stadt, mein Zuhause. Ein Ort, an dem ich viele gute Erinnerungen habe. Oswiecim- Auschwitz.

Ich bin 21 Jahre alt und 19 Jahre habe ich in Oswiecim gelebt. In einer Stadt mit sehr trauriger Geschichte. Wo meiner Meinung nach Normalität und der Alltag bedeuten nicht dasselbe was es in einer andern Stadt bedeutet. Das Museum, die Gedenkstätte Auschwitz liegt doch in der Stadt. Die Gedenkstätte sieht man sehr oft, wenn man in der Stadt lebt, man sieht es von draußen wenn man mit dem Auto oder mit dem Bus fährt. Ab und zu geht man hin mit der Schule und für jeden spielt es verschiede Rolle. Auf andere Seite kann man auch in der Stadt leben und es gar nicht wahrzunehmen. Einfach weiter leben. Aber es gibt auch sowohl als auch. Man kann weiter leben, und die Geschichte des Ortes wahrnehmen, respektieren. Heute haben wir 60 Jahrestag der Befreiung Auschwitz und das Thema immer noch lebt, es lebt in unseren Herzen und weckt Emotionen. Für mich sind es solche Emotionen, die auch Neugier und Interesse an dem Thema geweckt haben und gleichzeitig Interesse an Deutschland heutzutage.

Ich wusste seitdem ich Kind war, dass es Auschwitz gab und dass dort, wo jetzt eine Gedenkstätte ist wurde vor Jahren mein Großvater verhaftet. Jedoch lange Zeit kannte ich nur die Nummer, die er wie alle anderen tätowiert hatte und, dass sich dort schrecklichen Sachen abgespielt haben. Also, in meiner Familie war das Thema immer präsent, obwohl ich von meinem Großvater kaum Informationen bekommen habe. Er wollte darüber nicht erzählen.
Er hat nur immer wieder gesagt, dass er sich freut, dass ich jetzt auch Freunde in Deutschland habe.

Jeder, der in Oswiecim lebt, setzt sich mit der Geschichte des Ortes, mit der Geschichte Auschwitz auseinander. In Oswiecim lebt man jeden Tag mit der Geschichte, deswegen habe ich mich auch in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) engagiert. Dank der IJBS konnte ich an vielen verschiedenen Seminaren sowohl in Deutschland als auch in Polen teilnehmen und sich mit dem Thema auseinander setzen. Später habe ich auch die Gruppen aus Deutschland durch die Stadt geführt um die Verbindung der Vergangenheit mit Gegenwart zu knöpfen. Ich habe das Leben und die Stadt gezeigt.

Nach meinem Abitur habe ich mich entschieden nach Deutschland mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zu kommen. Ich wollte die Geschichte näher kennen lernen, etwas freiwillig für andere tun. Ich habe in der Gedenkstätte Sachsenhausen gearbeitet und dort Führungen gegeben.
Jetzt bin ich kein Freiwilliger mehr, die Geschichte und mein Engagement bleibt aber immer noch stark, ich werde bald bei Anne Frank Zentrum mein politisches Statement weiter zeigen und dank dem Zentrum sich weiter mit der Geschichte beschäftigen können.

Wie gesagt- Meine Heimat ist Oswiecim, also ein Ort, an dem sich entsetzliche Geschichte abgespielt hat. Oft fragen mich Leute, ob es mich nicht stört, dass um mich herum nur Geschichte mitklingt. Aber wäre sie nicht hörbar, könnten wir Angst um unsere Zukunft haben. Sie dient uns als negatives Spiegelbild für ein besseres Morgen.

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