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Menschen in Auschwitz - Gerechtigkeit nach Auschwitz

Studienseminare russischer Studierender aus Voronesh in Oswiecim

An der Staatlichen Paedagogischen Universitaet in Voronesh, Russische Föderation, haben Studierende unter Leitung der Historikerin Dr. Natalja P. Timofeeva im Jahr 2004 einen Zirkel "Menschen in den Konzentrationslagern" gebildet und befassen sich mit den Lebensgeschichten von NS-Opfern in der Region. Derzeit beteiligen sich die Studierenden des Zirkels an einem Interviewprojekt mit Ueberlebenden der Konzentrationslager, Ghettos und Zwangsarbeitslager.
Durch eine im Jahr 2004 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, DAAD, ermoeglichte Gastdozentur der Historikerin Dr. Susanne Willems, Berlin, und deren Vorlesungen an verschiedenen Voronesher Hochschulen zu den Naziverbrechen und zum Nürnberger Prozeß, ist das Interesse an einer Auseinandersetzung mit Rassismus, Krieg und Voelkermord gewachsen.

Auf Einladung des Internationalen Auschwitz Komitees und der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oswiecim/Auschwitz wird nun eine erste Gruppe von zehn Studierenden und Doktoranden der Paedagogischen Universitaet und der Juristischen Akademie aus Voronesh vom 4. bis 10. Dezember 2005 in Oswiecim zu Gast sein. Die Gedenkstaette Auschwitz ist der Ausgangspunkt ihres Seminars ueber das Schicksal von Menschen in Auschwitz. Die Begegnungen mit polnischen Gespraechspartnern, von denen mehrere zugleich Ueberlebende des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau sind, sollen die Auseinandersetzung mit folgenden Themen anstossen:
Menschen in Auschwitz - Verfolgungswege und Ueberlebenschancen.
Gerechtigkeit nach Auschwitz als Frage der alliierten und polnischen Strafverfahren.
Menschenrechte in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs - Initiativen in Polen.
Nachbarschaften in Polen und Polens Nachbarschaften im 20. Jahrhundert.
Durch dieses erste Seminar künftiger Wissenschaftler und Lehrer des Faches Geschichte und angehender Juristen, sollen die Kontakte geknuepft werden, die noetig sind, um im Jahr 2006 ein wiederkehrendes Angebot fuer Studierende aus Voronesh in Oswiecim zu etablieren: In Voronesh werden die Teilnehmer oeffentlich berichten und Erinnerungsveranstaltungen zum 61. Jahrestag der Befreiung am 27. Januar 1945 vorbereiten.
Das Kennen lernen vorbildlicher Projekte des Engagements fuer sozial Benachteiligte in der polnischen Gesellschaft - Migranten, Fluechtlinge, Folter-Opfer, Kinder aus benachteiligten Gruppen - soll die Motivation staerken, vergleichbares Engagement im eigenen Umfeld zu entwickeln: Auch die Menschen in Voronesh sind seit 1990 mit der Kehrseite des gesellschaftlichen Umbruchs konfrontiert, unter anderem oeffentlich sichtbarer Armut und rassistischer Gewalt.

An einem Programm des Lernens in Polen und mit Polen vor dem Hintergrund der Geschichte von Auschwitz haben bisher die Paedagogische Universitaet in ihren Fakultaeten fuer Geschichte und fuer Fremdsprachen, die Juristische Akademie und die Medizinische Akademie Interesse bekundet. Waehrend des ersten Besuchs im Dezember 2005 sollen daher auch Treffen mit Wissenschaftlern und Studierenden dieser Faecher stattfinden, um Verabredungen fuer kuenftige Begegnungen zu treffen.

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