vlak_ foto
 
rechts_Naastmenuvlak

Die Aufarbeitung der Vergangenheit aus japanischer Sicht Toru Kumagai

Der Vortrag wurde am 8. Juni 2006 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin gehalten (Organisator: Internationales Auschwitz-Komitee)

1 Einleitung

Meine Damen und Herren,
Herr Christoph Heubner,

ich möchte mich zunächst herzlich bedanken, daß Sie mir eine Gelegenheit gegeben haben, hier einen Vortrag zu halten. Es ist eine große Ehre für mich.

Ich möchte mich Ihnen kurz vorstellen.. Ich bin in Tokio geboren und habe in Tokio Volkswirtschaftswissenschaften studiert. Ich habe 8 Jahre beim japanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender NHK (Japanisches Fernsehen) als Redakteur und Korrespondent gearbeitet. Ich war auch als Auslandskorrespondent in Washington DC tätig.
Seit 16 Jahren wohne ich in München und arbeite ich als freiberuflicher Journalist für verschiedene japanische Medien. Bisher habe ich 2 Bücher über die Wiedervereinigung und 4 Bücher über verschiedene Aspekte von Deutschland in Japan veröffentlicht.
Die Aufarbeitung der Vergangenheit in Deutschland war und ist eins der wichtigsten Themen für mich. Ich habe zahlreiche Artikel zu diesem Thema in Japan veröffentlicht und Vorträge gehalten.

2 Was kann man von der Auseinandersetzung mit der Geschichte lernen?

Es war im Jahr 1979, daß ich die erste Begegnung mit den Bemühungen der Deutschen hatte, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Der Anlaß war ein deutsches Schulbuch. Damals war ich noch Student und habe für die Tochter einer japanischen Familie, die 5 Jahre in Deutschland verbracht hatte, Nachhilfeunterricht gegeben. Da sie in Deutschland an einer deutschen Schule gelernt hatte, brauchte sie Hilfe im Japanisch. Das Mädchen hat mir ein Schulbuch gezeigt, das sie beim Geschichtsunterricht in Deutschland benutzt hatte.
Da habe ich zum ersten Mal bemerkt, wie detailliert und umfangreich deutsche Schüler über das dunkle Kapitel ihrer Geschichte informiert werden. Das Schulbuch schilderte mit grauenvollen Fotos und Augenzeugenberichten, wie das verbrecherische Nazi-Regime den beispiellosen Völkermord in die Tat umsetzte. Ich war beeindruckt, weil das Schulbuch dargestellt hat, wie sich das deutsche Volk gleichschalten ließ, und viele zu Tätern wurden.
Diese Erfahrung machte mir bewußt, wie wenig ich in der japanischen Schule über den Zweiten Weltkrieg und die Greueltaten an der asiatischen Bevölkerung durch die japanische Armee gelernt hatte. Der Geschichtslehrer hatte nur ganz kurz über den Zweiten Weltkrieg unterrichtet. Im japanischen Schulbuch war das Verbrechen der Japaner während des Krieges nicht erwähnt.
Ich wollte genauer wissen, warum sich die Deutschen so intensiv mit der Vergangenheit auseinander setzen

Nach dem Studium wurde ich Fernsehjournalist. Ich habe im Jahre 1989 zusammen mit einem japanischen Regisseur ein einstündiges Fernsehprogramm über die Bemühungen der Deutschen, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, produziert. Für dieses Programm habe ich 3 Monate in Deutschland und Polen recherchiert und die Dreharbeiten gemacht.
Bei dieser Recherche habe ich die Aktion Sühnezeichen besucht und Herrn Heubner kennengelernt. Mit Hilfe von Herrn Heubner und Frau Helga Sibaei konnten wir eine Gruppe der deutschen Schüler von einer Berufsschule in Berlin begleiten, die eine Studienreise zur Gedenkstätte Auschwitz gemacht hat. Mit den Schülern haben wir im Haus der Begegnung in Oswiencim gewohnt und viel mit ihnen gesprochen. Wir konnten im Programm detailliert darstellen, wie deutsche Jugendliche über die Verbrechen, das unter dem deutschen Namen begangen wurden, nicht nur durch die Besichtigung des Museums sondern auch durch die Arbeit und das Gespräch mit den ehemaligen Häftlingen gelernt haben.
Ich habe bemerkt, daß es für manche empfindliche Schüler hart war, sich mit den grauenvollen Tatsachen auseinander zu setzen. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht nur von Büchern und Filmen zu lernen sondern auch durch Arbeit vor Ort und Gespräche mit den ehemaligen Häftlingen zu verinnerlichen.

In unserem Dokumentarfilm haben wir auch über die Schulbuchkonferenz zwischen den deutschen und polnischen Historikern, den Inhalt des Schulbuchs und die Strafverfolgung der Nazi-Verbrecher berichtet. Ich habe eine polnische Professorin in Warschau interviewt, die ich bei der Schulbuchkoferenz kennengelernt hatte. Sie war 15 Jahre als als sie ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau geschickt wurde. Sie zeigte mir die tätowierte Häftlingsnummer und die Wunden durch Folter am Arm. Es war das erste Mal, das ich nach dem Interview geweint habe. Dieses Erlebnis hat bei mir den Schrecken der Gewaltherrschaft tief eingeprägt.
Auch danach habe ich mehrmals mit den ehemaligen Häftlingen gesprochen und Gedenkstätten besucht. Insbesondere hat mich die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, die ich zweimal besucht habe, betroffen und nachdenklich gemacht.
Manche Deutsche wundern sich, warum sich ein Japaner für die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit interessiert.
Wir können den beispiellosen Völkermord an den Juden und die Verfolgung der anderen Opfer durch die Nazis mit den Verbrechen der japanischen Armee in Asien nicht vergleichen.
Japanische Soldaten haben zwar asiatische Bevölkerung und Kriegsgefangene zum Teil schon brutal mißhandelt, und starkes Gefühl der Diskriminierung gegen Chinesen und Koreaner war in der japanischen Bevölkerung verbreitet. Asiatische Bevölkerung wurde zum Teil nach Japan verschleppt, zur Sklavenarbeit für japanische Unternehmen gezwungen, und manche Kriegsgefangene als Versuchskaninchen für verbrecherische Menschenversuche der Spezialeinheit für biologische Kampfführung mißbraucht.
Aber in Asien gab es keinen Völkermord in den fast industrialisierten Tötungsanlagen wie in Auschwitz-Birkenau oder Treblinka, mit dem Ziel, einen bestimmten Teil der Bevölkerung zu vernichten. Die japanische Armee hatte keine vergleichbare Einheit wie Einsatzgruppe, die darauf spezialisiert war, nach der Eroberung des Gebiets einen bestimmten Teil der Bevölkerung zu vernichten. Es gab keine klar definierte Rassenideologie wie bei den Nazis, die zum Völkermord geführt hat.
Ich beschäftige mich trotzdem mit der Aufarbeitung der Geschichte in Deutschland, weil ich gerne wissen möchte, ob es einem Volk gelingen wird, das Vertrauen der Opfer zurück zu gewinnen.

Die Frage, ob eine Annährung für zwei Völker nach einer menschlichen Katastrophe möglich ist, betrifft nicht nur die Deutschen, sondern uns auch.Auch wenn wir Japaner keinen Völkermord begangen haben, haben wir auch den anderen Völkern großen Schmerz zugefügt. Ich versuche immer herauszufinden, ob wir Japaner von den Bemühungen der Deutschen, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, etwas lernen können.
Der folgende Punkt ist sehr wichtig. Wir können das, was die Deutschen für die Aufarbeitung der Vergangenheit tun, nicht hundertprozentig nach Asien übertragen und implementieren, weil die geschichtliche Entwicklung, die politische Situation und die Mentalität der Völker anders als in Europa sind.
Trotzdem finde ich manche Elemente lehrreich für uns. Durch Recherche über die Bemühungen der Deutschen habe ich gelernt, was wir Japaner in den letzten 60 Jahren versäumt haben.
Es zeigt sich an dem Ergebnis des Umgangs mit der Vergangenheit. Auch wenn ein Land keinen Völkermord begangen hat, muß es sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Jedes Land muß selbst bestimmen, wie es mit der Geschichte umgehen will. Der Umgang mit der Vergangenheit hat große Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft.
Mit der sogenannten „Globalisierung“ gewinnt meines Erachtens die Aufarbeitung der Vergangenheit sogar an Bedeutung, weil die internationale Abhängigkeit steigt.
Wie sind die Beziehungen der Deutschen und Japaner zu ehemaligen Opfervölkern heute im Licht des Geschichtsverständnisses?
Ich stelle fest, daß die Deutschen heute mehr Vertrauen der ehemaligen Opfer als wir Japaner genießen. Im Bezug auf Vergangenheitsverständnis ist die Situation in Asien viel angespannter als in Europa. Das Nationalinteresse Japans ist sogar durch den Konflikt um das Geschichtsverständnis mit den Nachbarländern gefährdet. Ich sehe keine ähnliche, ernsthafte Gefährdung für Deutschland.
Woher kommt dieser Unterschied ?
In den letzten 60 Jahren, vor allem seit Ende 60er Jahren, haben sich die Deutschen in verschiedenen Bereichen mit der Vergangenheit auseinander gesetzt. Ich finde die Intensität, Vielfalt und Kontinuität dieser Bemühungen beeindruckend und einzigartig. Bisher habe ich über folgende Beispiele in Deutschland für die japanische Öffentlichkeit berichtet:

  • Die Hilfe für ehemalige Häftlinge durch die Nichtregierungsorganisationen,
  • Die Gespräche mit den Opfern,
  • Die Studienreisen in die Länder, die von Nazi-Deutschland besetzt wurden,
  • Die Schulbuchkonferenz,
  • Das intensive Informieren der Jugendlichen über die Vergangenheit durch Geschichtsunterricht
  • Die strafrechtliche Verfolgung der Nazi-Verbrecher,
  • Die finanzielle Entschädigung,
  • Die Auseinandersetzung durch Kunst, Reportragen, Dokumentarfilme, Spielfilme, Nachrichten
  • Die Besuche der Spitzenpolitiker in den Gedenkstätten und die Schuldbekenntnis

Wenn die Deutschen diese Bemühungen in den letzten 60 Jahren versäumt hätten, wäre die politische und wirtschaftliche Integration Deutschlands in Europa nicht so weit wie heute fortgeschritten. Das Mißtrauen der Nachbarländer über die Wiedervereinigung wäre viel größer gewesen.
Ich habe das Gefühl, daß der Eindruck unter den Nachbarländern wächst, daß Deutschland in die europäische Wertegemeinschaft tief eingebettet ist und in Zukunft keinen Alleingang mehr wagen wird. Die Deutschen haben nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt, daß nicht nur Nationalinteresse sondern auch Moral eine Rolle in der Außenpolitik spielen muß.
Ich weiß, daß die Aufarbeitung der Vergangenheit niemals perfekt sein und kein Ende haben kann. Es gibt immer noch vergangenheitsrelevante Probleme in Deutschland heute, die angegangen werden müssen. Die Gewalttaten und Delikte der Rechtsradikalen, das Phänomen „Martin Walser“, der Anstieg des Stimmenanteils der rechtsradikalen Parteien bei manchen Landtagswahlen in den neuen Bundesländern, der steigende Antisemitismus im bestimmten Teil der Gesellschaft sind nur Beispiele. Ich weiß, daß manche jüdische Mitbürger die Entwicklungen in den letzten Jahren besorgt verfolgen.

Ich finde die Ergebnisse der Meinungsumfragen, die andeuten, daß fremdenfeindliche Gefühle in den neuen Bundesländern immer noch in bestimmten Teilen der Bevölkerung verbreitet sind, schockierend.
Trotzdem stelle ich fest, daß sich die Deutschen mit der Vergangenheit viel bewußter und gezielter als wir Japaner beschäftigt haben. Deswegen sind die Beziehungen der Deutschen mit den Nachbarländern und ehemaligen Opfern heute viel weniger von Konflikt und Animosität als unsere Beziehungen zu Nachbarstaaten gekennzeichnet.
Die Art und Weise, wie ein Land mit der Vergangenheit umgeht, wirft Schatten auf die heutige Gesellschaft. Wenn unsere Beziehungen zu asiatischen Nachbarn heute wegen des Geschichtsverständnisses angespannt sind, muß bei uns in den letzten 60 Jahren etwas schief gelaufen sein.
Außerdem stelle ich fest, daß unter den asiatischen Ländern der starke politische Wille fehlt, einen Konsens bezüglich Geschichte zu erreichen.
Ich hätte mir gewünscht, daß ich Ihnen heute über den Erfolg der Aufarbeitung der Geschichte in Asien berichten könnte. Stattdessen muß ich Sie leider über die Beispiele informieren, wie schwer die Hypothek der Vergangenheit, die unbearbeitet gelassen wird, die heutige Gesellschaft belastet.

3 Die verhinderte Aufarbeitung der Vergangenheit in Japan

3.1 Verschlechterung der Beziehung zu China und Südkorea durch Vergangenheit

Während die wirtschaftliche Beziehungen zwischen China, Südkorea und Japan heute blühen, hat die politische Beziehung einen Tiefpunkt erreicht. Im April 2005 haben zum Beispiel mehr als 20.000 Chinesen in Protest gegen das Verhalten der japanischen Regierung zur Vergangenheit demonstriert, die japanische Botschaft und Generalkonsulate mit Stein beworfen und japanische Geschäfte beschädigt. In China sind normalerweise solche Demonstrationen verboten, und diese gewalttätige Demonstration war offenbar von der chinesischen Regierung geduldet.
Der Streit um das Geschichtsverständnis hat die politische Beziehung zwischen China und Japan vergiftet. Gegenseitige Besuche zwischen den chinesischen und japanischen Ministerpräsidenten in ihren eigenen Ländern finden seit 6 Jahren nicht mehr statt. Es ist nicht akzeptabel, daß die Spitzen der zwei Regierungen seit Jahren nicht in der Lage sind, wichtige politische und wirtschaftliche Themen persönlich zu erörtern. Aber wegen der Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Vergangenheit können sie keinen Ausweg aus der Sackgasse finden.
Die Koreaner, ein anderes ehemaliges Opfervolk, sind über das Verhalten der japanischen Regierung tiefst verärgert. Letztes Jahr hat der südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun in einem Interview mit der Frankurter Allgemeine Zeitung schwere Vorwürfe gegen die japanische Regierung bezüglich Vergangenheitsverständnis erhoben. Er sagte, daß die Japaner ihre früheren Agressionskriege weißwaschen, rechtfertigen und glorifizieren wollen. Er hat ausdrücklich die Aussöhnungsprozesse zwischen Deutschland und anderen europäischen Ländern gelobt und erkennen lassen, daß er solche Prozesse in Ostasien vermißt.
Die japanische Regierung hatte zusammen mit Deutschland und anderen Ländern einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen angestrebt. China und Südkorea waren logischerweise total dagegen und haben dieses Streben vereitelt.

3.2 Streit um Yasukuni Schrein

Im Zentrum des Streits steht ein schintoistischer Schrein in Tokio. Die Chinesen und die Koreaner sind empört, daß der japanische Ministerpräsident Koizumi, den Yasukuni Schrein offiziell fünfmal seit seinem Amtsantritt in 2001 besucht hat. In diesem Schrein sind ca. 2,5 Millionen japanische Generäle, Offiziere und Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg und anderen Kriegen gefallen sind oder hingerichtet wurden, als Gott geehrt.
Was die Chinesen, die Koreaner und die anderen ehemaligen Opfervölker verärgert ist, daß auch 14 japanische Politiker und Generäle, die von den Allierten als Kriegsverbrecher verurteilt wurden, seit 1978 in diesem Schrein als Gott geehrt sind.
Was ich besonders gefährlich finde ist das Kriegsmuseum „Yu-Shuu-kan“ neben dem Hauptgebäude, das diesem Schrein gehört. Als ich letztes Jahr das Museum besuchte, war ich entsetzt, weil die Geschichte der Aggression durch die japanische Armee in Ostasien verharmlost, verzerrt und sogar als Befreiungskrieg Asiens von europäischer und amerikanischer Herrschaft dargestellt war. Wenn sich ein Asiate, der die Familienangehörige im Krieg verloren hat, oder von der japanischen Armee mißhandelt wurde, diese Ausstellung anschauen sollte, würde er total verunsichert sein, zu sehen, daß die jüngste Vergangenheit verschönert und einseitig dargestellt ist.
Das Massaker in Nanking, wo japanische Soldaten Tausende von chinesischen Bürgern vergewaltigt und getötet hatten, wurde nur als „Vorkommnisse in Nanking“ bezeichnet. Die Massentötung und –vergewaltigung durch japanische Soldaten sind gar nicht erwähnt.
Die Ausstellung betont, wie tapfer und heldenhaft japanische Soldaten gekämpft haben aber schweigt, wieviele Ostasiaten und Kriegsgefangene der Allierten Streitkräfte unter der Unterdrückung und der Greueltaten der Kaiserarmee gelitten haben.
Im Museum sind zahlreiche Kampfflugzeuge, Panzer und Geschütze der japanischen Armee ausgestellt. Ich war auch überrascht, eine Dampflokomotive der berüchtigten Tai-Men Eisenbahnlinie zu sehen. Die japanische Armee hat ca. 60.000 britische und australische Kriegsgefangene und 300.000 asiatische Zwangsarbeiter unter unmenschlischen Arbeitsbedingungen eingesetzt, um innerhalb von 16 Monaten eine Eisenbahnlinie von 415 Kilometer zwischen Thailand und Burma zu bauen. Wegen Erschöpfung und tropischen Krankheiten sind mindestens 12.000 Kriegsgefangene und 90.000 asiatische Zwangsarbeiter ums Leben gekommen. Für Opfer ist diese Dampflokomotive ein Symbol der menschenverachtenden Behandlung durch die japanische Armee. Im Museum habe ich keine Erklärung gefunden, daß die Bauarbeit dieser Eisenbahnlinie so viele Menschenleben gekostet hat.
Ich möchte hervorheben, daß dieser Schrein und das Museum keine staatliche, sondern eine private Institution sind.
Ich finde es trotzdem nicht akzeptabel, daß ein japanischer Ministerpräsident den Schrein besucht, auf dessen Gelände ein Museum mit einem revisionistischen Inhalt steht. Der Besuch vermittelt anderen Asiaten den Eindruck, daß die japanische Regierung den Aggressionskrieg im Nachhinein für richtig hält.
Der Krieg des Wortes zwischen China und Japan verschärft sich. In diesem März hat der chinesische Außenminister gesagt, daß er kein Verständnis habe, warum ein führender japanischer Politiker, gemeint ist der Ministerpräsident Koizumi, so töricht und unmoralisch sein kann. Er verletze durch Besuch des Yasukuni Schreins das Gefühl der ehemaligen asiatischen Opfervölker. Er sagte, in Deutschland nach dem Krieg hätten keine führenden Politiker Hitler und andere Nazi-Schergen verehrt.
Koizumi weist die Kritik der Chinesen und Koreaner zurück und wiederholt immer, daß er nur den Gefallenen eine Ehre erweisen will, weil das moderne Japan auf ihrem Opfer wiederaufgebaut wurde.
Für die konservative Partei LDP, den Koizumi führt, ist der Verband der Familienangehörigen der Kriegsgefallenen immer noch eine wichtige Wählerschaft. Bevor er zum Parteivorsitzenden gewählt wurde, hatte er öffentlich versprochen, den Yasukuni Schrein zu besuchen, wenn er Ministerpräsident werden würde. Koizumi genießt in Japan Popularität, weil viele Japaner denken, daß er kein Wendehals ist und sich an seine Versprechungen hält.
Die japanischen Unternehmen, die stark vom chinesischen Markt abhängig sind, sind tief besorgt. Ein japanischer Arbeitgeberverband zum Beispiel hat vor kurzem den Ministerpräsidenten darum gebeten, den Schrein nicht mehr zu besuchen.

3.3 Debatte um Schulbuch

Ein anderer wichtiger Streitpunkt zwischen asiatischen Ländern und Japan sind die Geschichtsbücher, die in den Schulen verwendet werden. Im April 2001 hat das japanische Erziehungsministerium ein neues Schulbuch für den Geschichtsunterricht der Mittelstufe genehmigt, das von rechtskonservativen Autoren verfaßt wurde. Diese Genehmigung hat die Empörung und den Protest von China und Südkorea hervorgerufen.
Dieses Schulbuch wurde von der „Organisation für neue Geschichtsbücher“ geschrieben. Diese Organisation haben im Jahr 1997 rechtskonservative Historiker, Journalisten und Komikbuchzeichner gegründet. Sie betrachten die bisherige Geschichtsdarstellung in vielen Schulbüchern als zu selbstkritisch und wollten ein Schulbuch schreiben, das den Stolz auf das eigene Land wecken soll.
Zum Beispiel ist das Massaker in Nanking in diesem Schulbuch wie folgt kurz und verharmlost dargestellt: „Als die japanische Armee im Dezember 1937 die Hauptstadt Nanking besetzt hat, gab es viele Tote und Verletzte auch unter der Bevölkerung(Nanking Vorkommnis).“
Außerdem behauptet dieses Schulbuch, daß der Zweite Weltkrieg auch positive Auswirkungen hatte. Es schreibt, daß „der Sieg der japanischen Streitkräfte am Anfang des Zweiten Weltkrieges gegen die Amerikaner, Holländer und Engländer den Asiaten die Hoffnung auf die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft der Weißen in Zukunft gegeben hätte.“ Aber es erwähnt die Greueltaten der japanischen Armee kaum und die Zwangsarbeit nur flüchtig. Die Tatsache, daß die japanische Armee asiatische Frauen zur Prostitution gezwungen hat, ist nicht erwähnt.
Die meisten deutschen Schulbücher schildern die Gewaltherrschaft und Greueltaten der Nazis detailliert und widmen fast 70 Seiten der Zeit zwischen dem Aufstieg der NSDAP und dem Untergang des Dritten Reichs. Im Gegensatz dazu schildern alle japanische Geschichtsbücher die Tatsache, daß Japan Aggressor war, relativ kurz und knapp. Die meisten Japanischen Schulbücher widmen nur noch 20 Seiten der Zeit zwischen dem Einmarsch der Japaner in China und dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Details von Greueltaten, Massaker, Vertreibungen, Massenhinrichtungen durch die japanische Armee werden nicht erwähnt.
Im Gegensatz zu Geschichtsunterricht in Deutschland gibt es in Japan kaum Diskussionen während des Unterrichts. Die meisten Lehrer legen mehr Wert darauf, daß die Schüler die Ereignisse, die Personennamen und das Jahr auswendig lernen, als ihre eigene Meinung zu geschichtlichen Tatsachen zu bilden.
Eine Schulbuchkonferenz mit anderen Ländern spielt meines Erachtens eine wichtige Rolle, um einen Konsens im Geschichtsverständnis zu erreichen.
Jedoch gibt es bei uns noch keine Schulbuchkonferenz mit China. Japanische Historiker haben zwar 2001 endlich eine Arbeitsgruppe für gemeinsame Geschichtsforschung mit südkoreanischen Historikern gegründet. Aber die Diskussion steckt noch in der Anfangsphase. Heikle Themen wie Zwangsprostitution der Koreanerinnen wurden ausgeklammert, damit sich die Diskussion nicht festfährt. Im Vergleich zum Georg-Eckert Institut für internationale Schulbuchforschung, das vor 55 Jahren seine Arbeit aufgenommen hat, haben die Japaner meines Erachtens mit dieser wichtigen Arbeit viel zu spät angefangen.
Es ist der Grund, warum die junge Generation in Japan zu wenig über die Vergangenheit informiert ist.

3.4 Geschichtsverständnis der Japaner

Warum haben wir Japaner lange versäumt, uns mit der Vergangenheit auseinander zu setzen? Eine Antwort zu dieser Frage liegt zum Teil in der Besatzungspolitik der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Oberbefehlshaber der Besatzungsmacht Douglas McCarthur hat in Berücksichtigung der Empfehlungen der amerikanischen Japanologen entschieden, den japanischen Kaiser Hirohito als Kriegsverbrecher nicht zu bestrafen. Ihm wurde zwar jegliche politische Macht entzogen, aber er durfte als Symbol des japanischen Staates seinen Posten behalten.
Stattdessen wurden 25 Generäle und Politiker vom Internationalen Militärtribunal als Kriegsverbrecher verurteilt, und 7 davon wurden hingerichtet. Außerdem wurden 980 japanische Offiziere und Soldaten wegen der Greueltaten in verschiedenen asiatischen Ländern als Kriegsverbrecher verurteilt und hingerichtet.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges galt der Kaiser nicht als Mensch sondern als Gott und Vater des japanischen Volks. Die Amerikaner dachten, daß sie Japan besser verwalten können, wenn sie den Kaiser nicht bestrafen.
Sie sahen schon den neuen Feind am Horizont. In China hatten die Kommunisten Oberhand, und auch in Asien zeichnete sich der Kalte Krieg ab. Die Amerikaner wollten Japan in einen zuverlässigen Bündnispartner und ein Bollwerk gegen die kommunistische Bedrohung umwandeln.
Diese Rechnung ging auf, und Japan ist heute ein demokratischer Staat und einer der treuesten Bündnispartner der USA. Die erfolgreiche Besatzungspolitik hatte jedoch auch negative Nachwirkungen. Der Kaiser war der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte während des Krieges.
Weil er nicht bestraft oder abgesetzt wurde, hat die japanische Gesellschaft von heute eine stärkere Kontinuität der Vorkriegsgesellschaft als in Deutschland. Der Bruch mit dem Vorkriegssystem ist nicht so eindeutig wie in Deutschland. Dieses Kontinuitätsgefühl schwächt den Willen, sich kritisch mit der Vergangenheit auseinander zu setzen.
Außerdem ist das Opfergefühl unter der Bevölkerung viel stärker als das Gefühl, Täter gewesen zu sein. Dieses Gefühl ist viel tiefer eingeprägt als bei den Deutschen. Alle japanische Großstädte wurden wegen des Luftangriffs der Allierten dem Boden gleich gemacht. Wir sind das einzige Volk in der Welt, das die Atomangriffe erlebt hat. In Hiroshima und Nagasaki sind mindestens 340.000 Menschen umgekommen.
Bei uns gibt es immer noch stille und latente Wut gegen die Amerikaner, uns zu Versuchskaninchen der ersten Atomwaffe gemacht zu haben, obwohl dieses Gefühl nie öffentlich zugegeben wird. Auch dieses Erlebnis hat die Bereitschaft geschwächt, unsere eigene Vergangenheit als Täter proaktiv aufzuarbeiten.
Als ich 1989 die Gedenkstätte zum Atomangriff in Hiroshima besucht habe, fühlte ich mich in zweifacher Hinsicht entsetzt und betroffen. Erstens wurde ich von der menschlichen Tragödie und dem großen Leiden, die die Bürger der Stadt erleben mußten, überwältigt. Unter den Exponaten sind zum Beispiel ein Stück Menschenhaut, die vom Atomstrahl verbrannt wurde oder ein Fahrrad und eine Uhr, die in der Hitze verschmolzen sind.
Auf der anderen Seite fand ich es problematisch, daß die Darstellung der kausalen Zusammenhänge gefehlt hat. Ich habe damals keine Erklärung in der Gedenkstätte gefunden, daß es Japan war, das den Krieg angefangen hat, wie der Krieg im Pazifik zum Wurf der Atombombe geführt hat und welche Schäden die japanische Armee den anderen Ländern zugefügt hat. Manche europäische Diplomaten, die diese Gedenkstätte besucht hatten, teilten meine Meinung. Ich möchte allerdings betonen, daß die Internetseite der Gedenkstätte zeigt, daß heute Erklärungen zu kausalen Zusammenhängen hinzugefügt wurden, und die Ausstellung weniger einseitig als vor 17 Jahren ist.
Diese Umstände haben dazu geführt, daß die Japaner heute mehr um ihre eigenen Opfer als die Opfer der Länder trauern, die sie überfallen haben. Die Romane, Komikbücher und Spielfilme, die die Tapferkeit der eigenen Soldaten während des Zweiten Weltkrieges betonen, sind viel erfolgreicher als die Bücher oder Filme, die sich kritisch mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Nationalkonservative Zeitschriften und Verlage sind populärer als liberale, linksorientierte Presse. Es gibt latente Selbstzensur bei manchen Autoren und Verlagen, weil man Angst vor Attentaten und Schikanen der japanischen Rechtsradikalen hat.
Auch die Mentalität der Japaner spielt eine Rolle. Die Erinnerungskultur ist leider kein wichtiger Bestandteil der japanischen Identität. Die Japaner sind tendenziell pragmatisch und legen einen großen Wert darauf, negative Erfahrungen in der Vergangenheit unter den Teppich zu kehren und die Konfliktfreiheit, Harmonie und Innovationen anzustreben.
Im Gegensatz dazu spielt die Geschichte für die Chinesen eine größere Rolle als Orientierungsmodell für heute als in Japan. Deswegen verstehen viele japanische Politiker nicht, warum sich chinesische Politiker hartnäckig mit der Vergangenheit beschäftigen.
In Japan gibt es generell viel weniger Interesse zur Aufarbeitung der Geschichte. Die Medien beschäftigen sich mit diesem Thema viel weniger als in Deutschland.

4 Japan muß handeln

Ich möchte allerdings den Eindruck vermeiden, daß sich die japanische Regierung noch nie entschuldigt hat. 1993 hat der damalige japanische Ministerpräsident Hosokawa zum ersten Mal die Kriegsführung der japanischen Armee öffentlich als „ungerechte Aggression“ kritisiert und das Bedauern ausgesprochen, daß es unter den Asiaten viele Kriegsopfer gab.
1995 hat der Ministerpräsident Murayama die Schäden und den Schmerz, die Japan asiatischen Nachbarn zugefügt hatte, bedauert und sich entschuldigt. Zum 50. Jahr nach der Niederlage hat sich das Unterhaus des japanischen Parlaments in einem offiziellen Beschluß die Aggression durch die japanische Armee verurteilt und die Schäden und Schmerz, die anderen Asiaten zugefügt wurden, bedauert.
Die japanische Regierung hat 1993 zum ersten Mal bestätigt, daß die japanische Armee bei der Rekrutierung der Zwangsprostituierten involviert war und sich entschuldigt.
Der südkoreanische Präsident Roh sagt jedoch dazu: „Es stimmt, daß Japan sich verschiedentlich entschuldigt hat. Aber Ereignisse der jüngsten Zeit haben diese Entschuldigungen gleichsam annulliert. Eine Entschuldigung ist nur in dem Maße gültig, wie anschließende Handlungen sie nicht untergraben.“ Die chinesische und südkoreanische Regierungen verlangen, daß Japan mit entsprechenden Handlungen unterstreichen soll, daß seine Entschuldigungen in der Vergangenheit ernst gemeint waren.
Ich persönlich bin pessimistisch und erwarte keine Entspannung des Streits um die Vergangenheit in absehbarer Zukunft. China kritisiert Japan heftiger und lauter als früher, weil es eine Wirtschaftsmacht geworden ist. China hat 2004 als Exportnation Japan überholt und ist der drittgrößte Exporteur der Welt nach Deutschland und den USA. In ein Paar Jahrzehnten wird es auch an Bruttosozialprodukt Deutschland und Japan überholen. Eine Aufarbeitung der Vergangenheit wird keinen Erfolg haben, wenn es auf Druck der anderen Nation stattfindet. Es muß auf die eigene Initiative hin passieren.
Es wird erwartet, daß der Nachfolger von Koizumi auch nationalkonservative Tendenz haben wird. Die künftige japanische Regierung wird wahrscheinlich nicht anfangen, sich ernsthaft mit der Vergangenheit zu beschäftigen, weil man den Anschein vermeiden will, daß Japan sich dem Druck der Chinesen gebeugt hat. Ich spüre Angst der Japaner, in Zukunft wirtschaftlich auf einen kleinen Nachbarstaat Chinas zu schrumpfen. Nur damit kann ich die Popularität der nationalkonservativen Politiker bei uns erklären.
Gleichzeitig darf man nicht vergessen, daß China noch kein demokratischer Staat mit Meinungsfreiheit ist. Die Chinesen setzen die Vergangenheit oft als Druckmittel ein.
Japanische konservative Intellektuelle kritisieren, daß die chinesische Regierung mit patriotischer, einseitiger Geschichtserziehung das Mißtrauen der chinesischen Bevölkerung gegen Japan schürt.
Dieser Character der chinesischen Gesellschaft erschwert eine sachliche, emotionsfreie Diskussion um geschichtliche Tatsachen erheblich. Zum Beispiel gibt es zwischen China und Japan immer noch keinen Konsens zur Zahl der Opfer des Massakers in Nanking. Während japanische Forscher die Zahl der Opfer auf knapp 50.000 schätzen, behauptet die chinesische Seite, daß 300.000 Personen umgebracht wurden. Meines Erachtens sind 50.000 schlimm genug. Revisionistische Autoren in Japan, die das Ausmaß des Massakers öffentlich bezweifeln, werden nicht strafrechtlich verfolgt.
Es mag sein, daß China die Vergangenheit als Druckmittel in der Außenpolitik benutzt. Aber so lange wir Japaner mit der Aufarbeitung der Vergangenheit nicht anfangen, bleiben wir angreifbar und erpressbar, weil wir den Chinesen als Beweis nicht zeigen können, daß wir uns mindestens darum bemühen, die Vergangangenheit kritisch aufzuarbeiten.
Auch der Streit um die Vergangenheit mit Südkorea eskaliert, weil Südkorea den Territorialdisput um eine kleine unbewohnte Insel im Japanischen Meer damit verbindet. Die Südkoreaner nennen es Dokdo und behaupten, daß Japan die Insel 1905 illegal besetzt hatte. Die Japaner nennen die Insel Takeshima und betrachten es als eigenes Territorium.
In allen 3 Ländern erhitzen sich die Gemüter, was die emotionsfreien Gespräche um ein gemeinsames Geschichtsverständnis verhindert.
Alle 3 Länder sollten zur Ansicht kommen, daß eine weitere Zuspitzung des Konflikts das Interesse der gesamten Region beeinträchtigt.
Was ich bei der Diskussion in Asien besonders vemisse, ist die Sicht der Opfer und die Gespräche zwischen den asiatischen Opfern und den Japanern, was bei den Bemühungen zur Annährung unabdingbar ist. Die Disukussionen sollten meines Erachtens weniger von Staatschefs oder Außenministern und mehr von Historikern und Nichtregierungsorganisationen geführt werden. Wir Japaner sollten versuchen, asiatischen Opfern intensiver zuzuhören.
Alle drei Länder sollten sich zunächst um eine Entschärfung der Konflikte bemühen. Ein japanischer Ministerpräsident sollte meiner Meinung nach nicht mehr den umstrittenen Schrein als offiziele Person besuchen. Die Regierung sollte eine getrennte Gedenkstätte für alle Kriegsopfer des Zweiten Weltkrieges einschließlich asiatische Opfer bis auf hingerichtete Kriegsverbrecher bauen, und der Ministerpräsident soll diese Gedenkstätte besuchen, wenn er den Gefallenen die Ehre erweisen will.
China und Südkorea sollten den Ton der Kritik entschärfen und die Diskussion um ein gemeinsames Geschichtsverständnis in einer Historikerkommission mit den Japanern beginnen.
Insbesondere finde ich es wichtig, daß China, Südkorea und Japan einen Konsens zur Darstellung der Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert im Schulbuch erreichen. Viele Japaner finden die Geschichtsdarstellung im Schulbuch in China und Südkorea zu einseitig und emotionsgeladen.

Manchmal bedrückt mich die lange Liste der Hausaufgaben, die 60 Jahre lang unbearbeitet liegen geblieben sind, und die wir Japaner noch anpacken müssen. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Erinnerungskultur in Japan noch kein fester Bestandteil der Politik und Gesellschaft. Uns fehlt eine Nichtregierungsorganisation wie Aktion Sühnezeichen oder ein Amt wie Bundeszentrale für Politische Bildung.
Wir Japaner müssen uns jedoch beeilen. Je länger die Hypothek der unbearbeiteten Vergangenheit liegen bleibt, desto größer werden die negativen Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft. Je weniger Augenzeugen und Überlebende es gibt, desto schwieriger wird die Diskussion aus der Sicht der Opfer.
Ich sehe erste Anzeichen, daß der Streit um die Vergangenheit zu einem dauerhaften, emotionsgeladenen Konflikt mit China und Südkorea eskalieren kann.
Wir müssen dem Anstieg des Nationalismus in Japan und den anderen asiatischen Ländern so bald wie möglich einen Riegel vorschieben. Wir wissen aus der Geschichte, daß das Aufflammen des Nationalismus in meisten Fällen in eine Katastrophe mündet.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 


zurück zur Übersicht

 

vlak_foto_onder
Stauffenbergstrasse 13/14, 10785 Berlin, Germany
Impressum