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04.09.2020

Mit dem Rad: "Nie wieder"-Tour – eine Aktion gegen das Vergessen

 
 
Bericht in der Allgäuer Zeitung

Bericht in der Allgäuer Zeitung

 

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Am 6. September 2020 lädt Fahrradenthusiast Martin Krick zur Gedenkfahrt für Gabriele Schwarz ein: Das 5-jährige Mädchen wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Die Fahrt beginnt in Stiefenhofen und führt bis Ichenhausen – 140 Kilometer ist sie lang. "Mit der 'Nie wieder'-Tour soll ihrer und aller anderen Opfer der Shoa gedacht werden", erklärt der Organisator: "Sie soll eine Mahnung sein, dass ein solches Unrecht nie wieder geschehen darf."

Grußwort von Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des IAK, zur "Nie wieder"-Tour:


Lieber Herr Krick!

Die Auschwitz-Überlebenden im Internationalen Auschwitz Komitee sind von Ihrem Projekt und Ihrem Engagement sehr bewegt: Ihre Reise ist für sie ein wichtiges Signal menschlicher Zuwendung, das Gabriele Schwarz und alle in Auschwitz ermordeten jüdischen Kinder in das Licht unserer Erinnerung ruft. Für die Überlebenden von Auschwitz ist die Ermordung ihrer Geschwister eines der schwersten Kapitel, dem sie sich nur zögernd angenähert haben, weil der Verlust und die Leere bis heute auf ihnen lasten. Umso wichtiger ist es für sie, daß die Namen der Kinder nicht vergessen werden und auch die Ursachen, warum sie in Auschwitz ermordet wurden. Angesichts der gegenwärtigen politischen Entwicklungen ist Ihre Reise, lieber Herr Krick, auch eine Reise in die Gegenwart: Zu deutlich sind die Anzeichen neuer antisemitischer und rassistischer Gewalt und populistischen Hasses. Auch deshalb begrüßen wir Ihre Aktion. Aber gerade deshalb denken wir heute auch an die Menschlichkeit, den Mut und die Nächstenliebe der Familie Aichele, die um Gabis Leben und ihre Zukunft gekämpft haben. Und wir denken mit Hochachtung und Zuneigung an all die Menschen im Allgäu, denen das Schicksal Gabis und der Kinder von Auschwitz nie gleichgültig gewesen ist und die ihren Namen und ihr Schicksal in unsere Gegenwart hineingetragen haben, wie es Leo Hiemer mit seinem Film gelungen ist. Wir freuen uns sehr, dass Ihre Fahrt in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim/Auschwitz endet, die für immer untrennbar mit dem Namen des Architekten Helmut Morlok aus Isny und seiner Familie verbunden sein wird.

Wir wünschen Ihnen eine gesunde und gute Fahrt und grüßen alle Menschen, die sich in Stiefenhofen, Memmingen, Fellheim und Ichenhausen für dieses Projekt engagieren: Es ist für uns ermutigend, dass es Sie gibt!

Christoph Heubner
Exekutiv-Vizepräsident
Internationales Auschwitz Komitee

 

 

Die Daten zur "Nie wieder"-Tour am 6. September 2020, Stiefenhofen:

  • 10 Uhr: Stiefenhofen Gedenktafel an der Kirche – Gedenkminute. Es spricht: Leo Hiemer & Helga Raible, Stiftung Liebenau

  • 10.30 Uhr: Start

  • 14.30 Uhr: Ankunft Memmingen Gedenkstein (Schweizer Berg). Altoberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger spricht als Vorsitzender der deutsch-israelischen Gesellschaft am Gedenkstein. Autor und Filmemacher Leo Hiemer erzählt vom Schicksal der kleinen Gabi. Die Kulturwissenschaftlerin Regina Gropper stellt die Ausstellung „Geliebte Gabi. Ein Mädchen aus dem Allgäu – ermordet in Auschwitz“ vor. Diese wird ab Frühjahr 2021 im Rahmen des Jubiläums-jahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ im Stadtmuseum Memmingen gezeigt werden.

  • 15.15 Uhr: Weiterfahrt zur Synagoge Fellheim. Ankunft Fellheim: Begrüßung durch Bürgermeister Reinhard Schaupp und Ellen Neuschel, Vorsitzende Förderkreis Synagoge Fellheim. Gedenken im Synagogengarten – die Synagoge ist zur selbstständigen Besichtigung geöffnet.

  • 16.15 Uhr: Weiterfahrt zur ehemaligen Synagoge Ichenhausen.

  • 18.30 Uhr: Ankunft Ichenhausen / Gedenken an der ehemaligen Synagoge. Ansprache Prof. Klaus Wolf, Stiftungsratsvorsitzender

 

An der „Nie wieder"-Tour des Fahrradenthusiasten Martin Krick kann auch abschnittsweise teilgenommen werden. Martin Krick plant, einen Koffer aufzusatteln, um darin Erinnerungsstücke von Stiefenhofen, Memmingen, Fellheim und Ichenhausen nach Auschwitz zu transportieren und dort der Internationalen Jugendbegegnungsstätte zu übergeben.

Von Ichenhausen geht es am 07.09.2020 weiter nach Auschwitz.
Die Ankunft in Auschwitz ist am 17.09.2020 geplant.

 

 

Presseberichte:

  • Fotos und Berichte von der Allgäuer Zeitung finden Sie hier: www.all-in.de