IAK :: Erinnern an gestern, Verantwortung für morgen

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Gedenken an den 9. November 1938: Ein Aufruf, Demokratie und Toleranz immer wieder gegen den Hass und gegen die Gleichgültigkeit zu verteidigen

Zum Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 betonte in Berlin Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Weltweit gedenken in diesen Tagen und Stunden Überlebende des Holocaust der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, als überall im damaligen deutschen Reich der antisemitische Hass auf den Straßen die Macht übernahm. Ein wütender, aufgehetzter Mob schloss sich der SA und ihren Helfern an: Synagogen und jüdische Geschäfte wurden in Brand gesteckt, zerstört und geplündert, jüdische Menschen wurden vor den Augen ihrer Nachbarn durch die Straßen gejagt und zusammengetreten.

Bis zum heutigen Tag ist für jüdische Überlebende dieser Schreckensnacht die Erinnerung an die Gleichgültigkeit der allermeisten ihrer Nachbarn das Entsetzlichste, womit sie bis heute nicht fertig geworden sind. Gerade deshalb engagieren sie sich gegen den aufflammenden antisemitischen Hass und die mörderische Gewalt, die aus ihm in Deutschland, in Österreich, in Frankreich und in anderen Ländern hervorbricht.

Dass dieser antisemitische Hass sich aus rechtsextremen und islamistischen Quellen speist und gegenseitig stimuliert ist für Überlebende des Holocaust ebenso verstörend wie die antisemitischen Verschwörungslügen, die gerade in diesen Tagen bei Demonstrationen auf offene Ohren stoßen. Für Überlebende des Holocaust ist deshalb der 9. November 1938 kein historisches Datum des Gedenkens allein, sondern ein Aufruf, Demokratie und Toleranz immer wieder gegen den Hass und gegen die Gleichgültigkeit zu verteidigen."