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Hochrangige Delegation besucht die Gedenkstätte: Auschwitz bleibt auf der Tagesordnung der Welt

Zum Besuch der gemeinsamen Delegation von Prof. Heinrich Bedford-Strohm, Dr. Irmgard Schwaetzer (EKD), Dr. Joseph Schuster (Zentralrat der Juden in Deutschland) und Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) in Auschwitz betonte in Oswiecim Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, der die Delegation bei ihrem Besuch in Oswiecim/Auschwitz begleiten wird:

"Auschwitz-Überlebende in aller Welt sehen dem Besuch der Delegation in der aktuellen Situation mit besonderer Aufmerksamkeit und Interesse entgegen. Gerade nach dem 75. Jahrestag der Befreiung  von Auschwitz, der im Januar 2020 begangen wurde, ist dieser Besuch für sie ein überaus wichtiges Signal dafür, dass Auschwitz auf der Tagesordnung der Welt bleibt, weil Holocaust-Leugnung, Antisemitismus, rechtsextreme Gewalt und Hass gegen Sinti und Roma überall auf der Welt aktuell neue Ausbrüche erfahren. Für Auschwitz-Überlebende ist dieser weltweit-vernetzte Hass mit seinen lokalen Attacken von Mord und Gewalt verstörend und zunehmend bedrohlich. Die Auschwitz-Überlebenden sind dankbar dafür, dass sie gerade in dieser Situation mit ihren Erinnerungen und Ängsten nicht allein gelassen werden, sondern Unterstützung erfahren: Alle antisemitischen und rechtsextremen Attacken und Verschwörungstheorien in der virtuellen und realen Welt betreffen nie nur Auschwitz-Überlebende allein, sondern sind immer auch eine massive Bedrohung und Verächtlichmachung der Demokratie und all ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Die Überlebenden sind zudem dankbar, daß die Delegation nach der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und dem gemeinsamen Gedenken an den Völkermord an den Sinti und Roma auch die Internationale Jugendbegegnungsstätte Auschwitz besuchen wird, deren Entstehungsprozess im Rahmen der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste sehr stark von der EKD und zahlreichen evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland unterstützt wurde. Für Überlebende aus vielen Ländern ist dieses Haus über die Jahre seines Bestehens bei der Begegnung mit jungen Menschen zu einem Kontrapunkt ihrer Auschwitz-Erinnerungen und zu ihrer ‚Lebensbasis‘ geworden. Sie hoffen sehr, dass auch in Zukunft Gruppen aus den evangelischen Kirchen dieses Haus nutzen werden, um in Auschwitz zu lernen, wohin es führen kann, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger die Demokratie nicht gemeinsam beschützen und gestalten: Für diesen Schutz und diese Gestaltung steht für das Internationale Auschwitz Komitee die gemeinsame Delegation, die auch der Auschwitz-Überlebende und polnisch-jüdische Vizepräsident des IAK Marian Turski in einer Videokonferenz begrüßen wird."