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Auschwitz-Überlebender Marian Turski beim 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2020 Foto: Wojciech Grabowski, Marian Turski. 75 rocznica wyzwolenia Auschwitz, Ausschnitt von IAK Berlin, CC BY-SA 4.0

Auschwitz-Überlebender Marian Turski beim 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2020 Foto: Wojciech Grabowski, Marian Turski. 75 rocznica wyzwolenia Auschwitz, Ausschnitt von IAK Berlin, CC BY-SA 4.0

Marian Turski zum neuen Präsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees gewählt

Nach dem Tod ihres Präsidenten Roman Kent, der am 21. Mai in New York verstorben ist, haben die Mitglieder des IAK Präsidiums den polnisch-jüdischen Auschwitz Überlebenden und Journalisten Marian Turski aus Warschau zum neuen Präsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees gewählt.

Marian Turski wurde 1926 geboren und war mit seiner Familie seit 1942 im Ghetto von Lodz inhaftiert bevor er im August 1944 nach Auschwitz deportiert wurde. Mit einem der "Todesmärsche", die die SS im Januar 1945 von Auschwitz aus auf den Weg zwang,  erreichte er über Loslau das KZ Buchenwald und schließlich das KZ Theresienstadt, wo er am späten Abend des 8. Mai 1945 -mehr tot als lebendig- von Soldaten der Roten Armee befreit wurde.

Nach seiner Befreiung war Marian Turski in Warschau als Journalist tätig, noch heute ist er in der Redaktion der Wochenschrift "Polityka" engagiert. Turski ist Vorsitzender des Jüdisch Historischen Instituts in Warschau und einer der Mitbegründer des Museums der Geschichte der polnischen Juden "POLIN" in Warschau.

Zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Januar 2020 hielt Turski in der Gedenkstätte Auschwitz eine Rede, die weltweit beachtet wurde. Gemeinsam mit seinen Jugendfreunden und Vorgängern im Präsidentenamt Noah Flug (1925-2011) und Roman Kent (1929-2021), die ihm seit der Ghettozeit in Lodz vertraut waren, engagierte er sich seit vielen Jahren im Internationalen Auschwitz Komitee und im Internationalen Auschwitz Rat, der die polnische Regierung in allen Angelegenheiten der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau beraten soll.

In Berlin betonte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees: "Marian Turski ist seit vielen Jahren weltweit eine der wichtigsten politischen Stimmen der Überlebenden von Auschwitz, die wir in Zeiten des überall aufflackernden antisemitischen Hasses und der Gewaltbereitschaft rechtsextremer Kräfte dringend brauchen. Wir sind sehr dankbar, dass er diese Wahl angenommen hat und das Internationale Auschwitz Komitee bis zur nächsten Generalversammlung repräsentieren wird."

Marian Turski betonte zu seiner Wahl: "Wir als Überlebende von Auschwitz gehören zu einer Generation, die sich mit Schrecken daran erinnert, wie Deutschland und Europa von Diktaturen oder autoritären Regimen durchsetzt waren und wohin dies geführt hat. Es gibt heute -nicht nur in Europa- haßerfüllte Entwicklungen, die uns an diese Zeiten erinnern. Gerade deswegen müssen wir, die Überlebenden von Auschwitz und das Internationale Auschwitz Komitee, weiterhin laut und deutlich in der Welt zu hören sein."