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Eduard Wirths (m.) mit den beiden Auschwitz-Lagerkommandanten Richard Baer (l.) und Rudolf Höß (r.) bei der Eröffnung des SS-Lazarettes in Auschwitz

Eduard Wirths (m.) mit den beiden Auschwitz-Lagerkommandanten Richard Baer (l.) und Rudolf Höß (r.) bei der Eröffnung des SS-Lazarettes in Auschwitz. Bildrechte: United States Holocaust Memorial Museum

Mengeles Chef auf Ehrenmal seiner Heimatgemeinde

"Unseren Gefallenen und vermissten Brüdern zum Gedächtnis", so lautet die Aufschrift auf dem Kriegerdenkmal der unterfränkischen Gemeinde Geroldshausen, auf der auch der aus Geroldshausen gebürtige Eduard Wirths zu finden ist, dem von 1942 bis 1944 als KZ-Standortarzt im mörderischen Räderwerk des Konzentrations-und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau eine entscheidende Rolle zukam.

Er war der Vorgesetzte des berüchtigten KZ-Arztes Mengele. Wirths ist auch nicht "gefallen" oder "vermisst", sondern starb im September 1945 an den Folgen eines Suizid-Versuches im britischen Internierungslager Staumühle, in dem in diesen Monaten zahlreiche NS-Kriegsverbrecher inhaftiert waren. Eduard Wirths, der 1934 auf eigenen Wunsch in die SS eingetreten war, hat später an der Rampe im Lager Birkenau tausende jüdische Frauen, Kinder und Männer ins Gas geschickt oder von den ihm untergebenen Ärzten schicken lassen. Als Mitorganisator von Auschwitz war und ist er für den dort verübten Völkermord mitverantwortlich.

Für Auschwitz Überlebende ist die Ehrung dieses Mensch auf dem Ehrenmal seiner Heimatgemeinde nicht nur eine historische Lüge, die sie entsetzt und empört, sondern auch ein trauriges Zeichen dafür, wie schwer es mancherorts Menschen in Deutschland immer noch fällt, sich ehrlich und würdevoll mit der mörderischen Vergangenheit der eigenen Umwelt und dem Leid der Opfer auseinanderzusetzen.