IAK :: Erinnern an gestern, Verantwortung für morgen

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Presseeinladung: 80. Jahrestag des 1. Transportes polnischer Bürger nach Auschwitz

"Ihr seid hier nicht in ein Sanatorium gekommen, sondern in ein deutsches Konzentrationslager, aus dem es keinen anderen Ausweg gibt als durch den Schornstein des Krematoriums." SS-Lagerführer Fritzsch am 14. Juni 1940 in Auschwitz

Am kommenden Sonntag erinnern sich nicht nur Menschen in Polen, sondern überall auf der Welt des letzten "großen" Gedenktages im Reigen der Gedenktage dieses Jahres 2020: Am 14. Juni 1940 begann mit dem 1. Häftlingstransport nach Auschwitz die mörderische Tragödie, die sich mit dem Namen dieses Ortes verbindet.

Am 14. Juni 1940 wurden 728 überwiegend junge Polen aus den Folterkellern der Gestapo von Tarnow aus in das entstehende Lager Auschwitz deportiert: Sie erhielten die Nummern 31 bis 758. (Die ersten dreißig Nummern waren an kriminelle Häftlinge vergeben worden, die man aus Sachsenhausen nach Auschwitz gebracht hatte, um der SS zu Diensten zu sein.) Mit diesem Tag begann für die polnischen Häftlinge des 1. Transportes ein teilweise jahrelanges Martyrium in deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern.

Viele jüdische und nichtjüdische Häftlinge, die später nach Auschwitz deportiert wurden, erinnern sich mit Zuneigung, Dankbarkeit und Stolz an die Häftlinge des 1. Transportes, die immer wieder versuchten, ihnen ihr Los zu erleichtern oder ihnen Mut zusprachen.

Viele der Häftlinge aus dem 1. Transport, die überlebt hatten, waren über Jahrzehnte berührende Botschafter ihrer ermordeten Mithäftlinge und aufgrund ihrer genauen Beobachtung und Dokumentierung der Untaten der SS bedeutende Zeugen bei Auschwitz-Prozessen in Polen, in Deutschland und in Israel. Auch ihnen verdanken wir den Aufbau des Staatlichen Polnischen Museums in Auschwitz und in Birkenau. Mit ihrem ganzen Leben und innerhalb des Internationalen Auschwitz Komitees engagierten sie sich für die Erinnerung an die in Auschwitz Ermordeten, für die Entschädigung der Zwangsarbeit und für ein geeintes Europa: Eine Welt der Intoleranz und des Rassismus war ihnen unerträglich: Als polnische Patrioten hofften sie auf eine friedliche Zukunft in Freiheit und auf eine Welt, in der kein Mensch mehr wegen seiner Abstammung, seiner Hautfarbe oder seiner Religion gedemütigt und verfolgt werden würde.

Gerade in der gegenwärtigen Situation, in der Rassismus und Antisemitismus erneut die Welt herausfordern, wollen wir dieser Häftlinge, ihres Mutes und ihrer Menschenliebe gedenken. Es ist den Auschwitz-Überlebenden in aller Welt sehr wichtig, dass ein solcher Gedenkakt nicht nur in Auschwitz selbst stattfindet, sondern wir auch in Berlin – und zeitgleich in Wien – dieser ersten Häftlingsgruppe gedenken, die der Welt so viele Einblicke in die Mechanismen von Hass, Rassismus und Massenmord vermittelt und vor ihnen gewarnt hat.

Wir möchten Sie sehr herzlich einladen, über unsere Gedenkveranstaltung zu berichten:

Grußworte:

  • S.E. Andrzej Przyblebski, Botschafter der Republik Polen
  • Staatsssekretär Jobst-Hinrich Ubbelohde, Landesregierung Brandenburg
  • Agnieszka Stefanko, Chocianow, Auschwitz-Gedenkprojekt / Volkswagen Motor Polska
  • Moderation: Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident Internationales Auschwitz Komitee


Ort und Zeit:

  • Sonntag, 14. Juni 2020,
  • 11:00 Uhr
  • Steinplatz Ecke Hardenbergstraße, 10623 Berlin
  • Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung: 0172 393 22 62