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Das Todestor im KZ Stutthof, 1941–1945. Bild: GEDANOPEDIA, Stiftung Danzig -  Bildausschnitt IAK Berlin

Das Todestor im KZ Stutthof, 1941–1945. Bild: GEDANOPEDIA, Stiftung Danzig - Bildausschnitt IAK Berlin

Späte Gerechtigkeit - Die Geschichte kehrt zurück: Der Stutthof Prozess in Itzehoe

Einen Akt später Gerechtigkeit für ihre ermordeten Familienangehörigen erhoffen sich Überlebende des Holocaust und ihre Nachkommen vom NS- Prozess gegen Irmgard F. in Itzehoe:

Weltweit werden deshalb Medien und  Überlebende des Holocaust ab dem 30. September den Itzehoer Prozess gegen Irmgard F. verfolgen, die vom 1. April 1943 bis zum 1. April 1945 im Konzentrationslager Stutthof - einen Steinwurf von den Häftlingsbaracken entfernt - als Sekretärin des Lagerkommandanten Paul Werner Hoppe tätig war und der Beihilfe zum Mord in mehr als 11 000 Fällen vorgeworfen wird.

Die Überlebenden hoffen besonders darauf, daß Irmgard F. im Prozess über ihre Tätigkeit in Stutthof, ihre Erinnerungen und ihre Wahrnehmungen als Augenzeugin und Beteiligte umfassend und ehrlich Auskunft geben wird. Ihre Aussage könnte besonders Jugendlichen verdeutlichen, wie Menschen durch eine Ideologie des Hasses und der Gewalt abgerichtet werden können, sich über Jahre an der bürokratischen Umsetzung von antisemitischem Massenmord und rassistischen Verbrechen zu beteiligen.

Gemeinsam mit der evangelischen Innenstadtgemeinde in Itzehoe und Pastorin Wiebke Bähnk wird das Internationale Auschwitz Komitee den Prozess in Itzehoe begleiten:

Am Vorabend des Prozessbeginns am Mittwoch, dem 29. September um 19.00 Uhr findet hierzu in der evangelischen St. Ansgar Kirche, Wilhelmstr. 4 in Itzehoe eine gemeinsame Veranstaltung der ev. Innenstadtgemeinde und des Internationalen Auschwitz Komitees statt, die den Blick auf die Opfer richten soll:

Christoph Heubner, Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, war in den siebziger Jahren der erste Freiwillige der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste in der Gedenkstätte Stutthof. Er berichtet von der Sicht der Opfer auf diese späten NS-Prozesse und stellt seine literarischen und persönlichen Erfahrungen in der Gedenkstätte Stutthof und aus der Begegnung mit Überlebenden des Lagers dar.

Der international bekannte Puppenspieler Matthias Kuchta (Lille Kartofler Figurentheater), der nur wenige Kilometer von Itzehoe entfernt aufgewachsen ist und heute im Rheinland lebt, präsentiert in seinem Erzählspiel "Helgas Reise nach Riga" das Schicksal eines in Stutthof verschollenen jüdischen Mädchens aus dem rheinischen Langenfeld.