Ministerpräsident Hendrik Wüst besucht Auschwitz-Birkenau und die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim
Am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, besuchte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst gemeinsam mit Sylvia Löhrmann, der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur, die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.
Im Anschluss an den Besuch des ehemaligen deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers tauschte sich Ministerpräsident Wüst in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim mit Direktorin Joanna Klęczar-Déodat, dem nordrhein-westfälischen Pfarrer Manfred Deselaers sowie jungen deutschen Freiwilligen aus.
Die Internationale Jugendbegegnungsstätte wurde von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e. V. und der Stadt Oświęcim gegründet – mit Unterstützung ehemaliger Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Seit ihrer Einweihung im Jahr 1986 ist sie ein Ort der Begegnung, der Erinnerung und der deutsch-polnischen Verständigung. In diesem Jahr begeht sie ihr 40-jähriges Bestehen.
Zu den strategischen Partnern der Internationalen Jugendbegegnungsstätte zählt das Internationale Auschwitz Komitee. Es wurde 1952 von Überlebenden von Auschwitz gegründet, um die Erinnerung an die Opfer zu bewahren, die Interessen der Überlebenden zu vertreten und die Verbindung zwischen den nationalen Auschwitz-Komitees zu stärken.
Dr. Eva Umlauf, Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, wurde als zweijähriges Kind gemeinsam mit ihrer Mutter nach Auschwitz deportiert. Zum Besuch von Ministerpräsident Hendrik Wüst erklärte die Holocaust-Überlebende in München:
„Die Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager empfinden den Auschwitz-Besuch des Ministerpräsidenten des größten deutschen Bundeslandes gerade jetzt als politische und menschliche Geste der Solidarität.
Wir beobachten die politische Entwicklung in Deutschland in diesen Tagen mit großer Aufmerksamkeit. Wir haben verstanden, dass rechtsextreme Politiker in Deutschland unseren Erinnerungen und der Erinnerungskultur feindlich gegenüberstehen. Es bedrückt und bestürzt uns, auf wie viel Zustimmung diese Politiker des Hasses in Umfragen zu stoßen scheinen und wie die Demokratie in Deutschland nach ihren Plänen und Wahlprogrammen zerrissen werden soll.“
Für das Internationale Auschwitz Komitee nahm Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, am Besuch der Internationalen Jugendbegegnungsstätte teil. Heubner war seit 1980 an den Planungen und Verhandlungen zum Bau der Begegnungsstätte in Oświęcim beteiligt und setzt sich seit Jahrzehnten für die Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen und für die deutsch-polnische Aussöhnung ein. Für dieses Engagement wurde er 2021 mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Christoph Heubner führte Ministerpräsident Hendrik Wüst und dessen Delegation auch durch den Ausstellungspavillon Gerhard Richter BIRKENAU. Dort ist eine Edition der Serie „Birkenau“ des nordrhein-westfälischen Staatspreisträgers Gerhard Richter zu sehen.
Beim Besuch von Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte Christoph Heubner für das Internationale Auschwitz Komitee:
„Trotz rechtsextremer Parolen in Deutschland wird der Blick der Welt auf Deutschland auch zukünftig an Auschwitz, Dachau und Buchenwald nicht vorbeigehen.
Deutschland schuldet sich selbst, der Welt und den Überlebenden des Holocaust die Erinnerung an das, was in Auschwitz geschehen ist – und warum es geschah. Nur aus dieser Erinnerung kann die Kraft wachsen, Europa als einen Raum der Vielfalt, der Demokratie und der Menschenwürde zu verteidigen.
Gerade jetzt müssen Demokratinnen und Demokraten in Deutschland und Europa zusammenstehen, um rechtsextremen und antisemitischen Hass zu bekämpfen.“
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