In einem Radiointerview im Juli 2025 hatte der bekannte polnische Antisemit und Europa-Abgeordnete Grzegorz Braun unter anderem geäußert, dass "der Ritualmord eine Tatsache ist, während beispielsweise Auschwitz mit seinen Gaskammern leider eine Fälschung ist".
Auf Nachfrage des Journalisten hatte er erklärt, dass "die pseudohistorische Darstellung, die das Museum Auschwitz-Birkenau bietet, Material ist, das nicht in allen Details den Kriterien der historisch-wissenschaftlichen Methodik entspricht" und weiter hinzugefügt, "dass Untersuchungen der Gaskammern vom Museum Auschwitz-Birkenau selbst verhindert werden." Der Journalist hatte nach Brauns Äußerungen das Gespräch abgebrochen.
Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau hatte Braun nach diesen Äußerungen zur Anzeige gebracht. Gestern hat nun das Berufungsgericht in Krakau Braun untersagt, seine oben erwähnten Äußerungen mündlich oder schriftlich zu wiederholen und ab sofort Bemerkungen zu unterlassen, die den guten Ruf und das Ansehen des Museums beschädigen. Darüberhinaus hat die Warschauer Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen der Leugnung von Nazi-Verbrechen im KZ Auschwitz durch Grzegorz Braun eingeleitet.
Hierzu betonte während eines Aufenthaltes in der Gedenkstätte Auschwitz Christoph Heubner, der Exekutiv Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees: "Grzegorz Braun ist für seinen antisemitischen Haß und seine menschenfeindlichen Ausfälle in ganz Europa berüchtigt. Seine Attacke gegen die Direktion und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums Auschwitz empört die Überlebenden und ihre Familien weit über Polen hinaus. Die Tatsache, dass Brauns rabiate Lügen auf immer mehr Aufmerksamkeit stoßen und er offensichtlich immer mehr Anhänger findet beunruhigt die Überlebenden zutiefst."