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Feierliche Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau am 9.2.2024. Foto: Dominik Smolarek, MDSM
Feierliche Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau am 9.2.2024. Foto: Dominik Smolarek, MDSM 

09.02.2024

Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau in Oświęcim

Gerhard Richter Museum Birkenau, der Bau, dem der Birkenau-Zyklus von Gerhard Richter gewidmet ist, erwartet die Besucher in Oświęcim, unweit der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, einem Ort tiefster menschlicher Tragödien. 

Des von Gerhard Richter für seinen Birkenau-Zyklus entworfene Museum - an seinem 92. Geburtstag feierlich eröffnet - steht als ein lebendiges Testament der Kraft der Kunst, das Unfassbare auszudrücken und das Gedächtnis an die schrecklichen Ereignisse des Holocaust zu bewahren.

Der Birkenau-Zyklus - eine der bedeutendsten Werkgruppen des Künstlers - besteht aus vier großformatigen, abstrakten Gemälden. Sie sind das Ergebnis einer tiefgreifenden Auseinandersetzung des Künstlers mit den Schrecken des Holocaust. Diese Werke, inspiriert von vier Fotografien, die 1944 unter Lebensgefahr von Häftlingen des Sonderkommandos nahe Gaskammer und Krematorium Nummer 5 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau heimlich aufgenommen wurden, zeigen Richters einzigartige Herangehensweise an das Thema. Indem er die ursprünglichen Bilder in einem mehrstufigen Prozess immer wieder überarbeitet und letztendlich bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert, schafft Richter einen Raum, der zwischen dem Zeigen und Verbergen des Grauens oszilliert. Diese Methode lädt zur Reflexion und zum Gedenken ein, ohne die Opfer erneut zu traumatisieren. 

Das Engagement von Gerhard Richter, seine Werke nicht zu verkaufen, sondern sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, verdeutlicht die tiefe ethische und moralische Dimension dieses Projekts. Die Platzierung des Museums in unmittelbarer Nähe zum historischen Ort des Schreckens von Auschwitz-Birkenau ist ein mächtiges Zeichen gegen das Vergessen und ein Zeugnis der Solidarität mit den Überlebenden und den ermordeten Opfern des Holocausts.

Für Gerhard Richter, der seit 1961 in Köln lebt, ist die dauerhafte Ausstellung seines Werks in Oświęcim „eine Auszeichnung, ein Trost und auch das Gefühl einer erledigten Aufgabe“. Er betont die Bedeutung von Auschwitz als Symbol für alle Orte des Grauens und die Notwendigkeit, sich daran zu erinnern. 

„Mit seinem Birkenau-Zyklus schuf Gerhard Richter ein Werk, das die Grausamkeiten des Holocaust auf eine tiefgreifende und bewegende Weise thematisiert“, sagte Sabine Moritz-Richter, die Ehefrau des Künstlers, während der Eröffnungszeremonie. „Wir sind dankbar, dass diese Werke nun einen dauerhaften Platz in der Nähe des Ortes ihrer historischen Inspiration gefunden haben und dazu beitragen, den unfassbaren Schmerz der Verbrechen gegen die Menschlichkeit auszudrücken.“

 Marian Turski, Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees und Auschwitz-Überlebender, betonte die Bedeutung der Kunst als Medium der Erinnerung: „Abstrakte Kunst wie der Birkenau-Zyklus regt die Fantasie an und bietet Überlebenden wie mir einen Raum, um mit unseren Traumata umzugehen. Dieses Museum wird ein Ort der Meditation und Stille sein, an dem Besucherinnen und Besucher ihre verstörenden Eindrücke verarbeiten können.“

Durch die Ausstellung der Werke Gerhard Richters erhalten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich auf eine tiefe und persönliche Weise mit den Ereignissen von Auschwitz-Birkenau auseinanderzusetzen. Das Gerhard Richter Museum dient nicht nur als Mahnmal, sondern auch als Inspirationsquelle für aktuelle und zukünftige Generationen, sich für eine Welt einzusetzen, in der Hass und Gewalt keinen Platz haben.

Wolfgang Schmitt, Staatsminister im Kanzleramt, hob hervor, dass „die Werke von Gerhard Richter Symbole der Menschlichkeit inmitten einer Dunkelheit sind, in der diese zu verschwinden drohte. Sie erinnern uns daran, dass wir die Menschlichkeit stets zum Maß unseres Handelns machen müssen, insbesondere heute, da wir erneut mit den Schatten des Rechtsextremismus konfrontiert sind.“

Christoph Heubner, der Initiator des Projekts, betonte die Bedeutung des Museums als „synagogalen Raum“ und als „dauerhaftes und machtvolles Signal gegen das Vergessen.“ Es steht als Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität mit den Überlebenden von Auschwitz-Birkenau und ihren ermordeten Familien. 

Das IAK dankt allen Beteiligten, die zur Realisierung dieses wichtigen Projekts beigetragen haben, und lädt Menschen aus aller Welt ein, das Gerhard Richter Museum Birkenau zu besuchen. Das Museum ist ein kraftvolles Zeichen gegen das Vergessen und ein wichtiger Beitrag für die Erinnerungskultur und zur Bildung künftiger Generationen. Es dient als Mahnung, dass die Menschlichkeit, selbst an einem Ort, wo sie zu verschwinden drohte, durch die Kraft der Kunst und des Gedenkens bewahrt und gefeiert werden kann. Es ist ein Ort, der zum Nachdenken anregt und zeigt, dass die Erinnerung an die Vergangenheit der Schlüssel zu einer friedlicheren Zukunft ohne Hass und Gewalt ist.

 

Fotos der Eröffnunsfeier

Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident Internationales Auschwitz Komitee. Foto: Dominik Smolarek, MDSM
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident Internationales Auschwitz Komitee. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin  
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Marian Turski, Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees und Auschwitz-Überlebender. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Sabine Moritz-Richter, Ehefrau von Gerhard Richter. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Janusz Chwierut, Präsident der Stadt Oswiecim. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Krzystof Kleczar, Woiwode der Woiwodschaft Kleinpolen. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Wolfgang Schmidt, Bundesminister für besondere Aufgaben/Chef des Bundeskanzleramtes. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt-und Konzernbetriebsrates der Volkswagen AG. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Joanna Kleczar-Deodat, Direktorin der Stiftung für die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim /Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto von Alberto Errera, Larissa, griechischer Jude, Marineoffizier, Häftling Nr. 18 25 52 in Auschwitz. Es war Alberto Errera, der im Juli 1944 - heimlich und unter Lebensgefahr - mit einer organisierten Kamera die einzigen Fotos aufnehmen konnte, die den Holocaust für alle Zeit und für alle Welt dokumentieren und beweisen. Zu den Fotos von Alberto Errera schuf Gerhard Richter seinen weltberühmten Birkenau-Zyklus. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto von Alberto Errera, Larissa, griechischer Jude, Marineoffizier, Häftling Nr. 18 25 52 in Auschwitz. Es war Alberto Errera, der im Juli 1944 - heimlich und unter Lebensgefahr - mit einer organisierten Kamera die einzigen Fotos aufnehmen konnte, die den Holocaust für alle Zeit und für alle Welt dokumentieren und beweisen. Zu den Fotos von Alberto Errera schuf Gerhard Richter seinen weltberühmten Birkenau-Zyklus. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Dominik Smolarek, MDSM
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Dominik Smolarek, MDSM
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Dominik Smolarek, MDSM
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Dominik Smolarek, MDSM
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Dominik Smolarek, MDSM
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Eröffnung des Gerhard Richter Museums Birkenau. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
 

Fotos der Besichtigung der Gedenkstätte Auschwitz

Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin
 
Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Foto: Michèle Déodat, IAK Berlin