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Aktuell

Herzlich willkommen beim Internationalen Auschwitz Komitee

Das Internationale Auschwitz Komitee ist ein Zusammenschluss von Auschwitz-Überlebenden und ihren Organisationen. Im Internationalen Auschwitz Komitee sind Organisationen, Stiftungen und Holocaust-Überlebende aus 19 Ländern vereinigt. Die Geschäftsstelle des IAK ist in Berlin angesiedelt. Der amtierende Präsident des IAK ist Roman Kent sel.A., der nach dem Holocaust in die USA emigrierte.

 
Chatima Tova! Yom Kippur 2021. Bild: Freepik, IAK Berlin
Chatima Tova! Yom Kippur 2021. Bild: Freepik, IAK Berlin 

15./16.9.2021 Yom Kippur 2021

Zum höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur wünschen wir allen Chatima tova! Mögest Du im Buch des Lebens eingeschrieben sein!

 
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Gedenkfeier des Internationalen Auschwitz Komitees für Roman Kent in der Landesvertretung von Niedersachsen. Bild: Eva Oertwig, IAK
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Gedenkfeier des Internationalen Auschwitz Komitees für Roman Kent in der Landesvertretung von Niedersachsen. Bild: Eva Oertwig, IAK  

30.8.2021: IAK Gedenkfeier für Roman Kent in Berlin

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt den ehemaligen Präsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees, Roman Kent, als Kämpfer für die Rechte der Schoa-Überlebenden.

„Sein Vermächtnis ist uns eine Verpflichtung, Antisemitismus und Rassismus jede Art von Widerstand zu leisten.“ Das versicherte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Gedenkfeier für Roman Kent. Der Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees war im Mai im Alter von 92 Jahren verstorben. Er denke an Roman Kent mit „tiefer Wehmut und Dankbarkeit“, sagte der Bundespräsident 

In Auschwitz trat nicht das Monströse in Menschengestalt auf, „sondern die Bestie lauert in uns allen“, betonte Steinmeier. Kent habe die Abgründe des Menschen gekannt, sei aber auch ein „pragmatischer, durchsetzungsfähiger Kämpfer für die Rechte und die Anliegen der Überlebenden“ gewesen. „Als Präsident des Auschwitz-Komitees hat er so eindringlich davon erzählt und davor gewarnt, was in Auschwitz geschehen war, wie kaum ein anderer“, sagte Frank-Walter Steinmeier.

Zum Video der Gedenkfeier für Roman Kent: IAK YouTube Kanal

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Auschwitz-Überlebender Marian Turski beim 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2020 Foto: Wojciech Grabowski, Marian Turski. 75 rocznica wyzwolenia Auschwitz, Ausschnitt von IAK Berlin, CC BY-SA 4.0
Auschwitz-Überlebender Marian Turski beim 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 2020 Foto: Wojciech Grabowski, Marian Turski. 75 rocznica wyzwolenia Auschwitz, Ausschnitt von IAK Berlin, CC BY-SA 4.0  

14. Juni 2021:

Marian Turski zum neuen Präsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees gewählt

Nach dem Tod ihres Präsidenten Roman Kent, der am 21. Mai in New York verstorben ist, haben die Mitglieder des IAK Präsidiums den polnisch-jüdischen Auschwitz Überlebenden und Journalisten Marian Turski aus Warschau zum neuen Präsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees gewählt.

Marian Turski wurde 1926 geboren und war mit seiner Familie seit 1942 im Ghetto von Lodz inhaftiert bevor er im August 1944 nach Auschwitz deportiert wurde. Mit einem der "Todesmärsche", die die SS im Januar 1945 von Auschwitz aus auf den Weg zwang,  erreichte er über Loslau das KZ Buchenwald und schließlich das KZ Theresienstadt, wo er am späten Abend des 8. Mai 1945 -mehr tot als lebendig- von Soldaten der Roten Armee befreit wurde.

Nach seiner Befreiung war Marian Turski in Warschau als Journalist tätig, noch heute ist er in der Redaktion der Wochenschrift "Polityka" engagiert. Turski ist Vorsitzender des Jüdisch Historischen Instituts in Warschau und einer der Mitbegründer des Museums der Geschichte der polnischen Juden "POLIN" in Warschau.

Zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Januar 2020 hielt Turski in der Gedenkstätte Auschwitz eine Rede, die weltweit beachtet wurde. Gemeinsam mit seinen Jugendfreunden und Vorgängern im Präsidentenamt Noah Flug (1925-2011) und Roman Kent (1929-2021), die ihm seit der Ghettozeit in Lodz vertraut waren, engagierte er sich seit vielen Jahren im Internationalen Auschwitz Komitee und im Internationalen Auschwitz Rat, der die polnische Regierung in allen Angelegenheiten der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau beraten soll.

In Berlin betonte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees: "Marian Turski ist seit vielen Jahren weltweit eine der wichtigsten politischen Stimmen der Überlebenden von Auschwitz, die wir in Zeiten des überall aufflackernden antisemitischen Hasses und der Gewaltbereitschaft rechtsextremer Kräfte dringend brauchen. Wir sind sehr dankbar, dass er diese Wahl angenommen hat und das Internationale Auschwitz Komitee bis zur nächsten Generalversammlung repräsentieren wird.

"Marian Turski betonte zu seiner Wahl: "Wir als Überlebende von Auschwitz gehören zu einer Generation, die sich mit Schrecken daran erinnert, wie Deutschland und Europa von Diktaturen oder autoritären Regimen durchsetzt waren und wohin dies geführt hat. Es gibt heute -nicht nur in Europa- haßerfüllte Entwicklungen, die uns an diese Zeiten erinnern. Gerade deswegen müssen wir, die Überlebenden von Auschwitz und das Internationale Auschwitz Komitee, weiterhin laut und deutlich in der Welt zu hören sein."

 
Christoph Heubner im August 2017 in der Gedenkstätte Auschwitz (Block 11 /Todeswand (Erschießungswand) im Stammlager Auschwitz I mit den Auschwitz Überlebenden (v.l.) Roman Kent, Marian Turski, Felix Kolmer, Esther Bejarano (verdeckt) und Eva Fahidi Foto: Bernd Oertwig 

21. Mai 2021:

Roman Kent, Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees verstorben

Nach kurzer schwerer Krankheit ist heute in New York der Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees Roman Kent im Alter von 96 Jahren verstorben.

Roman Kent wurde 1925 in Lodz als Sohn der jüdischen Familie Kniker geboren, der in Lodz eine Textilfabrik gehörte. Ende 1939, nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen, wurde die Familie Kniker - wie die anderen jüdischen Lodzer Familien auch - ins Ghetto gebracht, wo Romans Vater 1943 an den Folgen der Unterernährung starb. Die restliche Familie wurde 1944 nach der Liquidation des Ghettos nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo Roman von seiner Mutter und seinen Schwestern getrennt wurde. Gemeinsam mit seinem Bruder Leon durchlebte Roman weitere Konzentrationslager, bis er auf einem Todesmarsch von Flossenbürg nach Dachau als Sechszehnjähriger von amerikanischen Soldaten befreit wurde. Gemeinsam mit seinem Bruder immigrierte Roman Kent 1946 in die USA, wo er als erfolgreicher Geschäftsmann lebte.

Zum Tod Roman Kents betonte in Berlin Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Auschwitz-Überlebende in aller Welt verabschieden sich mit großer Dankbarkeit und tiefer Wehmut von Roman Kent, der über viele Jahrzehnte ein konsquenter und wortgewaltiger Repräsentant ihrer Erinnerungen und ihres Lebens gewesen ist. Schon früh engagierte sich Roman Kent gemeinsam mit den Auschwitz-Überlebenden Noach Flug und Marian Turski, denen er noch aus dem Lodzer Ghetto verbunden war, für die Gesundheit und das Wohlergehen aller Überlebenden und für die Entschädigung, die den Häftlingen der deutschen Vernichtungsmaschinerie nach ihrer Sklavenhaft und ihrer Zwangsarbeit zustand. Seine deutschen Gesprächspartner schätzten seine sensible Offenheit und sein Interesse an einer gemeinsamen Zukunft, die auf den Fakten der Geschichte beruhte.

Für das Internationale Auschwitz Komitee und als Auschwitz-Überlebender sprach er bei den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in der dortigen Gedenkstätte. Mit seiner Forderung nach einem 11. Gebot gegen die Gleichgültigkeit hat sich Roman Kent in die Geschichtsbücher eingeschrieben. Gemeinsam mit seiner Frau Hannah, die auch eine Auschwitz-Überlebende war, hat sich Roman Kent sein ganzes Leben hindurch für die Erinnerung, für die Toleranz und gegen den Antisemitismus engagiert.

Gerade in den letzten Monaten war die Last auf seinen Schultern schwerer geworden: Die brennenden Bilder der Vergangenheit schoben sich angesichts der aktuellen Entwicklungen immer mehr in sein Leben und die Beobachtung, dass der Haß des Antisemitismus und die Verherrlichung von Auschwitz immer mehr an Boden gewinnen, bedrückte und alarmierte ihn bis in seine letzten Stunden hinein. Auch deshalb war ihm die Zukunft der Gedenkstätte Auschwitz und die Beteiligung der Überlebenden an der Arbeit der Gedenkstätte ein besonderes Anliegen.

Seinen letzten Brief hat Roman Kent an den polnischen Ministerpräsidenten geschrieben und vor einer Nationalisierung und Monopolisierung der Gedenkstätte gewarnt.

Wir werden Roman Kent schmerzlich vermissen."


 

6. Mai 2021

Olaf Scholz eröffnet Sophie Scholl-Ausstellung in Berlin

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat in Berlin die Zaunausstellung aus Anlass des 100. Geburtstages der Widerstandskämpferin Sophie Scholl eröffnet und die Arbeit der Frau gewürdigt, die mit nur 22 Jahren von den Nazis ermordet wurde.

Zum Auftakt des Gedenkens an Sophie Scholl zeigt das Internationale Auschwitz Komitee in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund die Ausstellung „durch unser Handeln...“ am Zaun der Niedersächsischen Landesvertretung in der Hannah-Arendt-Straße – gegenüber dem Holocaustmahnmal. Auf mehreren Bannern wird des Wirkens von Sophie Scholl in Zitaten und Fotos gedacht. 

Die Sätze Sophie Scholls werden durch zeitgenössische Zitate des Holocaust Überlebenden Roman Kent, Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees, und Adriana Gilbo (Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung  am Standort Wolfsburg, Volkswagen AG) ergänzt. 

Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees: „Überlebende des Holocaust sehen in Sophie Scholl, dieser jungen und unglaublich mutigen Frau, bis heute eine der wenigen Persönlichkeiten, die in mörderischer Zeit Deutschlands Ehre und die Menschenwürde verteidigt hat. Sie verwehren sich mit dieser Ausstellung aber auch gegen jede falsche Vereinnahmung Sophie Scholls und gegen die absurden Vergleiche, für die in diesen Tagen bei Demonstrationen der Name von Sophie Scholl herhalten muss.“

- Johannes Sturm, Leiter der Landesvertretung Niedersachsen,
- Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees
- Prof. Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand,
- Adriana Gilbo, die Jugend- und Auszubildendenvertreterin bei VW

erinnerten in kurzen Ansprachen an das gesellschaftliche Engagement von Sophie Scholl und der Widerstandsgruppe Weiße Rose, in der die Studentin mit ihrem Bruder Hans aktiv war. Beide wurden am 22. Februar 1943 in München hingerichtet.

 

Zur Aufzeichnung der Eröffnungsreden: IAK YouTube Kanal

 
Aufzeichnung des Gedenkkonzerts am 24.1.2021 © IAK

76. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Video-Aufzeichnung: IAK-Gedenkstunde am 24. Januar 2021

Das Internationale Auschwitz Komitee lud zusammen mit der Niedersächsischen Landesvertetung beim Bund zur Gedenkstunde anlässlich der Befreiung von Auschwitz am Sonntag, 24. Januar 2021, ein. Mit:

  • Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des IAK
  • Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Niedersachsen
  • und einer Musikauswahl von Überlebenden.
  • Igor Levit spielt.

Zur Aufzeichnung der Gedenkfeier: Youtube

 
Eröffnungstafel der Zaunausstellung © IAK  Karl Lehman & Christoph Heubner

 

76. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz | Internationaler Holocaust-Gedenktag

27. Januar 2021: Zaunausstellung des Internationalen Auschwitz Komitees

27. Januar 2021: Weltweit gedachten Menschen der Befreiung von Auschwitz. Von jeher teilen die Überlebenden des Lagers mit der Welt ihre Ängste, Erinnerungen und Hoffnungen. In dieser Ausstellung des Internationalen Auschwitz Komitees formulierten sie ihre Gefühle und Erwartungen an die Menschen von heute und morgen:

Für eine Welt ohne Antisemitismus, Hass und Rassismus, eine Welt der Freiheit und der Gerechtigkeit.

Die Zaunausstellung wurde am 20. Januar 2021 am Zaun der Landesvertretung Niedersachsen beim Bund in Berlin-Mitte eröffnet. Hier geht es zur Online-Ausstellung

 

 

 
Foto: adn / Konzept: Christoph Heubner, Karl Lehmann

7.12.1970: Kniefall von Willy Brandt

Ein bis heute gültiger Aufruf, sich mit den dunklen Seiten der eigenen Nationalgeschichte auseinanderzusetzen

Weltweit gedenken in diesen Tagen Überlebende des Holocaust des 7. Dezembers 1970, als Bundeskanzler Willy Brandt in Warschau vor dem Ghetto-Denkmal kniend die Schuld seines Vaterlandes gegenüber den Juden Europas und dem polnischen Volk bekannte, an der er persönlich keinen Anteil hatte. Umso mehr hat seine Geste des Mitgefühls und des Bewusstseins deutscher Schuld und Verantwortung all jene Menschen in der Welt beeindruckt, die in den Jahren der Nazi-Diktatur und während des 2. Weltkrieges Leid, Verfolgung und Tod durch Deutsche erfahren hatten. Mehr lesen

 
Die Namen der Häftlinge des ersten Transport: Bei der Gedenkfeier in Berlin wurde die Liste der Namen auf dem Steinplatz ausgelegt. © Dariusz Pawlos

80. Jahrestag des ersten Transportes nach Auschwitz

Wenn es ihnen möglich war, haben sie Widerstand geleistet

Die ersten Häftlinge von Auschwitz waren polnische Widerstandskämpfer, zumeist junge Männer. Sie alle hatten sich im Krieg gewähnt. Sie wollten sich den Deutschen nicht einfach ergeben, im Gegenteil, sie wollten den Kampf. Sie kamen nach Auschwitz. Wenn es ihnen möglich war, haben sie Widerstand geleistet. Viele hatten dazu die Kraft nicht mehr. Was würden sie heute von uns verlangen? Mut, Widerstand, sich gegen die neuen Rechten, die neuen Faschisten und Rassisten, die so nicht genannt werden wollen, entgegen zu stellen und für die Demokratie einzustehen. Nicht nur vorher, jetzt, später, eben immer. Mehr lesen

 
Kazimierz Albin erhielt die Häftlingsnummer 118 – er floh aus Auschwitz und schloss sich dem Untergrund an (© Boris Buchholz)

Im ersten Transport: Kazimierz Albin

"Schlimmer, kann es nicht werden“, dachte Kazimierz Albin. Doch er irrte – er war einer der ersten Häftlinge in Auschwitz

Nach der Besetzung Polens durch die Deutschen wollte sich Kazimierz Albin der polnischen Armee in Frankreich anschließen. Doch er wurde erwischt. Als einer der ersten Häftlinge wurde er nach Auschwitz verschleppt. Seine Häftlingsnummer war die 118. Einen anderen Weg aus Auschwitz als durch den Schornstein werde es für die Inhaftierten nicht geben, hatte ihnen der Hauptsturmscharführer Fritsch am ersten Tag gesagt. Doch nach fast drei Jahren entkam Kazimierz Albin der Tötungsmaschinerie und floh in den Untergrund: "Ich habe meinen 18., 19. und 20. Geburtstag in Auschwitz erlebt. Das reichte." Mehr lesen

Jerzy Bogusz

Im ersten Transport: Jerzy Bogusz

Wer fiel, wer strauchelte, wer irgendeine Schwäche zeigte, der wurde erbarmungslos erschlagen

Als der Zug anhielt, konnte er mit dem Namen "Auschwitz" nichts anfangen. Draußen warteten Männer in blau-weißen Anzügen: „Zuerst glaubten wir, es seien Matrosen.“ Dann schlugen sie auf die neuen Häftlinge ein. "Es war die schlimmste Zeitspanne meines Lebens", erinnerte sich Jerzy Bogusz. 1942 wurde er aus Auschwitz "entlassen", er sollte für die Gestapo spionieren. Er entkam seinen Häschern und schloss sich einer Partisanengruppe an. Mehr lesen

 
Die Namen der Häftlinge des 1. Transport wurden auf dem Platz ausgelegt. (© Dariusz Pawlos)

Erster Transport: Gedenken in Berlin

Erinnerung daran, in welchem Inferno Rassismus und Antisemitismus enden können

Am 14. Juni 2020 gedachten weltweit Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau ihrer polnischen Mithäftlinge des 1. Transportes, der am 14. Juni 1940 das entstehende Konzentrationslager Auschwitz erreichte. In Berlin fand die zentrale Gedenkveranstaltung auf dem Steinplatz nahe des Bahnhof Zoos statt. Als Ehrengäste nahmen der Botschafter der Republik Polen, Andrzej Przyblebski, der brandenburgische Staatsssekretär Jobst-Hinrich Ubbelohde und Agnieszka Stefanko vom Auschwitz-Gedenkprojekt der Volkswagen Motor Polska teil. Christoph Heubner vom IAK schloss mit den Worten: "Gerade in der gegenwärtigen Situation erinnert das Gedenken an diesen Tag, diesen Ort und diese Menschen auch daran, in welchem Inferno Rassismus und Antisemitismus enden können." Mehr lesen

Gedenken in Wien (© Andreas Neiß)

Erster Transport: Gedenken in Wien

"Die Schicksale dieser ersten Häftlingsgruppe sollen uns heute Signal und Warnung sein."

"Die Schicksale dieser ersten Häftlingsgruppe sollen uns heute Signal und Warnung sein. Um den Anfängen wehren zu können, muss man sie zuerst erkennen", sagte bei der Gedenkfeier in Wien Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Während der Veranstaltung legten Vertreter verschiedener Verbände und Bürger einen Kranz am Mahnmal gegen Gewalt und Faschismus nieder. Mit den Feierlichkeiten in Wien und Berlin wurde generationen- und länderübergreifend den ersten Auschwitz-Häftlingen gedacht, die der Welt so viele Einblicke in die Mechanismen von Hass, Rassismus und Massenmord vermittelt und vor ihnen gewarnt haben. Mehr lesen

 
 
Karl Lehmann und Christoph Heubner ehren den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der am 2. Juni 2019 von einem Rechtsextremen ermordet wurde (Foto: Michele Deodat)

Gedenken an Walter Lübcke

Pfingsmontag benannte das IAK eine Berliner Straße nach dem ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten

Am Pfingstmontag wurde die Sigismund-Straße in Berlin-Tiergarten zur Walter-Lübcke-Straße: Das Internationale Auschwitz Komitee gedachte damit dem von Rechtsextremisten ermordeten Kasseler Regirungspräsidenten. Am 2. Juni 2020 jährte sich der Mord zum ersten Mal. Mehr lesen

Eva Fahidi in Berlin © Boris Buchholz

Aktuelle Statements von Holocaust-Überlebenden

"Ich empfehle zu probieren, wie man in Holzschuhen läuft, barfuß … Nach zehn Minuten ist der Fuß voll mit blutenden Wunden und Blasen"

Eva Pusztai-Bélané, geb. Fahidi, Überlebende von Auschwitz und des Zwangsarbeiterlagers Münchmühle bei Allendorf, erinnert sich an ihre Befreiung: "Den glücklichen Schwindel der Freiheit – den Taumel des Glückes – kann man nie vergessen. Ein Leben alleine ist nicht genug, um davor zu mahnen, dass der Holocaust nie mehr vorkommen darf, dass ein Mensch den anderen verachtet oder unterdrückt, hasst, quält. Die Mahnungen vor Antisemitismus und Rassismus müssen weitergehen!“ Mehr lesen

 
Janek Mandelbaum, Berlin 2015 © Boris Buchholz

Aktuelle Statements von Holocaust-Überlebenden: "One thing I would say today"

"Glauben Sie nicht, dass Sie zu intelligent oder zu modern oder zu hochentwickelt sind, um das Undenkbare zu tun"

Janek Mandelbaum, geboren 1927, Häftling im Auschwitz-Nebenlager Blechhammer, Nummer 16013 im KZ Gross-Rosen, Überlebender weiterer Konzentrationslager, lebt heute in Naples, Florida, USA:

28. April 2020: "Wenn ich auf den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust zurückblicke, frage ich mich immer wieder, wie es möglich war, dass sich eine hochentwickelte Gesellschaft moderner, intelligenter Menschen hypnotisieren ließ, um die barbarischsten Gräueltaten der Menschheitsgeschichte zu begehen. So sehr wir auch den Holocaust studiert haben, bleibt mir diese Frage immer noch ein Rätsel. Wenn es eines gibt, was ich der jungen Generation heute sagen würde, dann dies: Glauben Sie nicht, dass Sie zu intelligent oder zu modern oder zu hochentwickelt sind, um das Undenkbare zu tun. Diese Möglichkeit liegt in uns allen, und wir müssen uns durch Erziehung und Handeln ständig davor schützen.“

 
Bild von Anne Frank im Stelenfeld, Berlin-Mitte

Zum 90. Geburtstag von Anne Frank

"Anne Franks Stimme ist und bleibt unüberhörbar"

Zu ihrem 90. Geburtstag gedachten das Internationale Auschwitz Komitee und die Landesvertretung Niedersachsens beim Bund Anne Frank. Die junge Frau wurde 1945 im KZ Bergen-Belsen umgebracht – sie wurde nur 16 Jahren alt. In der Zaunausstellung werden Auszüge aus Anne Franks Tagebuch zitiert. Gegenüber der Open-Air-Ausstellung befindet sich das Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Zu den Bildimpressionenn der Zaunausstellung: Mehr lesen
Zur Presseerklärung: Mehr lesen

 
Roman Kent, President of the International Auschwitz Committee © Boris Buchholz

Roman Kent, Auschwitz-Überlebender und IAK-Präsident

Verfolgung von Naziverbrechen – eine unmißverständliche Warnung

Eine Verjährung für die ungeheuren Naziverbrechen gegen die Menschlichkeit – das darf es niemals geben. Jeder Beteiligte muss zur Rechenschaft gezogen werden. Kein Täter darf davonkommen. Auch wer sich jahrelang vor der Justiz verstecken konnte, soll nie die Gewissheit haben, bis zum Ende des Lebens unbehelligt und unerkannt zu bleiben. 
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Teilnehmer der Pressekonferenz Januar 2009

Im Wortlaut: Das Vermächtnis der Überlebenden

Erinnerung bewahren – authentische Orte erhalten – Verantwortung übernehmen

25. Januar 2009: Überlebende der deutschen Konzentrationslager beschließen 2009 als Ergebnis einer internationalen Konferenz in Berlin das "Vermächtnis der Überlebenden". Wir dokumentieren das Zeitdokument im Wortlaut:  Mehr Lesen